Archiv der Kategorie 'Über den Tellerrand'

Veranstaltungshinweis

Kommenden Freitag, am 18. Mai sind ab 20 Uhr die Tonkünstler Herr Mauser und Herr Gips zu Gast im Autonomen Zentrum in Aachen.
Wir empfehlen dieser in der schönen Kurstadt Aachen gelegenen Lokalität anlässlich dieses kulturellen Höhepunktes einen Besuch abzustatten und werden selbstverständlich auch unsere Aufwartung machen.

„Angriff von Rechtsaußen“

Knapp 50 Menschen waren am letzten Mittwoch auf Einladung der Antifa Bonn/Rhein-Sieg, des Buchladen „Le Sabot“, der Kulturgruppe „Erinnern und Gedenken“ und unserer Gruppe ins Nyx in der Bonner Altstadt gekommen, um sich vom Sportjournalisten Ronny Blaschke darüber informieren zu lassen, „Wie Neonazis den Fußball missbrauchen“.

Neben den Beispielen aus seinem Buch ging Ronny auf die Situation in Aachen ein und verlieh seinem ohnehin schon lebendigen Vortrag dadurch noch mehr Aktualität. Am Ende entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit auch regionalem Bezug am Beispiel der Fanszene des Bonner SC.

Wir bedanken uns bei allen für die erfolgreiche Veranstaltung!

Benvenuto nella Serie B, Ternana!

Wir freuen uns, dass es mit dem Aufstieg geklappt hat – auguri e arrivederci alla prossima volta!

Lesung mit Ronny Blaschke

Lesung und Diskussion mit Ronny Blaschke

Aachen, Dortmund, Chemnitz oder Leipzig sind aktuelle Beispiele für Fußballszenen, in denen es Nazis gelungen ist, Fuß zu fassen. Auf Amateurebene finden sich Schiedsrichter oder Klubvertreter mit NPD-Parteibuch. Neonazis gründen selbst Sportvereine und veranstalten, wie zuletzt in Karlsruhe, Fußballturniere um Mitglieder zu rekrutieren. In seinem Buch “ANGRIFF VON RECHTSAUßEN – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen” gibt der 2009 als “Sportjounalist des Jahres” ausgezeichnete Autor Ronny Blaschke einen alarmierenden Einblick in ein Problemfeld, das der breiten Bevölkerung kaum bekannt ist.

Mittwoch, 9 Mai 2012 ab 19 Uhr im Nyx
Vorgebirgsstraße 19, 53111 Bonn
Eintritt frei.

Veranstalter_innen:
Sankt Pauli Mafia
Antifa Bonn / Rhein-Sieg
Das NYX
Verein Erinnerung und Gedenken e.V.
Verein zur Föderung politischer Bildung & Kultur e. V.

Naziaufmarsch verhindern!

Weiterlesen

Un‘ autre tribune terrible

Einem geschenkten Gaul usw. usf., aber der 1. FC Köln-Aufkleber auf dem von M.s Bruder geliehenen Wagen musste erstmal überklebt werden, bevor wir uns am späten Donnerstagnachmittag in Richtung Lüttich aufmachen konnten. Draußen prasselten Regen und Hagel, drinnen ploppte es. Das Navi war anderer Meinung als wir, aber um eine erneute unfreiwillige Stadtrundfahrt zu vermeiden, gehorchten wir. Da wir mit „Warm FM“ einen Radiosender mit feinem Electro gefunden hatten, machte es sogar Spaß sich vom Navi durch die Stadt und 2mal? 3mal? über die Maas leiten zu lassen um schließlich in die mittlerweile vertraute Rue Ernest Solvay einzubiegen.

Vor der Cosa erhielten wir unsere Karten, für die N. kein Geld sehen wollte. Was es mit dem Aufdruck „Les Ultras“ auf sich hat, weiß ich (noch) nicht, stelle mir aber nur vor, wir hätten für unsere Heimkurve ein Kontingent Karten, auf denen „Die Ultras“ stünde. Das wäre Vertrauensbeweis und Anerkennung gleichermaßen und würde helfen, Diskussionen zu entschärfen und Probleme zu vermeiden.

Neben einer wieder sehr interessanten Unterhaltung mit korrekten Aachener_innen war Zeit genug für Klönschnack, der hier immer 3-sprachig abläuft. Aber eine gute halbe Stunde vor Anpfiff wurden wir immer nervöser, während N. und R. immer noch keine Anstalten machten, in Richtung Stadion aufzubrechen. Endlich setzten wir uns in Bewegung, und nachdem der Inhalt der Spruchbänder vor dem Einlass nicht nur gelesen, sondern über Funk durchgegeben und genehmigt worden war, ging es auf die Tribüne.

In älteren und unprätentiösen Stadien wie Terni oder Sclessin meine ich die Diskrepanz zwischen dem Fußball, wie wir ihn leben (wollen) und der in seelenlosen Konfektionsspielstätten von DFB und DFL verantworteten Kommerzkacke fast schon körperlich zu spüren. Natürlich habe ich aus der naiven Perspektive des Gastes keine Ahnung von etwaigen Problemen mit Verein oder anderen Fangruppen und kann nur vermuten, dass der Ärger über die Supportqualität in der Heimkurve ähnlich ist wie bei uns – aber mit den Leuten von UI dort zu stehen und so gut es eben geht mitzusingen fiel fast schon leichter als manchmal bei unserem eigenen Support in so emotionsabtötenden Arenen wie München oder Aachen.

Freundschaft hin oder her, aber wirklich gut hat das Standard-Team meiner Ansicht nach nicht gespielt. Nachdem Standard in der 2. Halbzeit nach Elfmeter durch Tchité in Führung ging, fiel uns sehr angenehm auf, dass beim Torjubel keine Getränke durch die Gegend flogen. So wie man ohnehin niemanden sah, der sich mit Bierbechern oder Würstchen durch die Menge quetschte. Lediglich in der Halbzeitpause wurden Chips und Kekse herumgereicht.

Die 7 Minuten Nachspielzeit empfanden wir schon als heftig. Ich hasse Nachspielzeiten ohnehin, weil das in der Regel für uns nicht gut ausgeht. Na ja, und in der 4. Nachspielminute erzielte Brügge dann den Ausgleich, was natürlich der ollen homophoben Koksnase als Verdienst angerechnet werden wird.

Zum Trost auf der Fressmeile die guten belgischen Fritten geholt und nach ausführlicher Verabschiedung vor der Cosa die Heimfahrt angetreten.

Merci beaucoup aux Ultras Inferno 1996 pour la vôtre hospitalité!

Ich hoffe, wir können uns bald revanchieren und sehen uns spätestens beim Antira wieder.

Mary Read

AVE MTZ RIPO – SPENDENSAMMLUNG BEIM UNION-HEIMSPIEL

Gerne dokumentieren wir hier den Aufruf von Ultrà Sankt Pauli und laden euch dazu ein, euch an dieser Aktion zu beteiligen:

+++ Verbreitet diesen Aufruf über alle Kanäle +++ Beim Heimspiel in die gelben Eimer spenden +++ Entwickelt eigene Ideen +++

Liebe Sankt Pauli Fans!

Eure Solidarität ist gefragt! Spendet für die Rettung des MTZ Ripo!

Der MTZ Ripo ist ein weißrussischer Fußballklub (seit 2009 offiziell Partizan) aus der Hauptstadt Minsk. In den vergangenen Jahren entwickelte sich dort eine antifaschistische Fankurve, die nicht nur einen Freiraum für fußballbegeisterte Jugendliche mit subkulturellem und politischen Hintergrund bot, sondern auch in ihrer Größe und ihrem Organisationsgrad eine absolut positive Ausnahme in einem repressiven, autoritären Staat darstellt und ein Unikum für den gesamten Ostblock ist.

Doch nun droht dem Verein das Aus! Und das wollen wir gemeinsam verhindern! Im Dezember 2011 gab der ehemalige Klubbesitzer und Sponsor Vladimir Romanov seinen Ausstieg bekannt, die Suche nach einem Nachfolger verlief erfolglos. In der von Fans ins Leben gerufenen Rettungskampagne „SAVE MTZ“ wird nun Geld gesammelt, um den Verein retten und für den Spielbetrieb in der Zweiten Liga anmelden zu können. Dafür werden insgesamt 80.000 Euro benötigt (Registrierung in der Liga, laufende Kosten usw.), 10.000 bis zur Mitte dieses Monats. Daran wollen auch wir uns beteiligen!

Aus diesem Grund wird beim Spiel gegen Union Berlin in allen Stadionbereichen gesammelt und wir rufen euch auf, an der Spendenkampagne teilzunehmen! Unterstützt die Rettung des MTZ Ripo!

Es wird im Stadion Sammlungen an den Eingängen geben. Darüber hinaus werden in den verschiedenen Stadionbereichen gelbe Eimer an den Zaun gehängt, in die gespendet werden kann. Helft mit, diese Kampagne in den Tagen bis zum Spiel bekannt zu machen, so dass idealerweise jeder Fan bereits im Vorfeld weiß, was es mit er Aktion auf sich hat und sich beteiligen kann!

Unterstützt die antifaschistische Fans mit dem Blick auf die eigenen Wurzeln unserer Fanszene! Solidarität ist eine Waffe! Linke Fankultur in Minsk darf nicht sterben! SAVE MTZ RIPO!

Ultrà Sankt Pauli

Hintergrundinfos kfindet ihr unter anderem hier:
_ Interview in „BASCH“ #11
_ SAVE MTZ
_ Partizan Minsk
Außerdem ist ein Paypal-Konto eingerichtet, auf das ihr ebenfalls Spendenbeträge einzahlen könnt: szymon666@poczta.onet.pl (bitte mit angeben „For MTZ“)

Naziaufmärsche in Stolberg blockieren!

Da fällt die Entscheidung schwer: in Frankfurt unser Team gegen den FSV Frankfurt unterstützen oder mithelfen den alljährlichen Nazi-Aufmarsch in Stolberg zu blockieren?

Aber wer in der Region lebt und nicht zum kleinen Derby fahren kann, hat bereits morgen die Möglichkeit etwas gegen die Kameraden und Kameradinnen zu unternehmen: am frühen Mittwochabend wollen die Nazis wieder ihren Fackelmarsch durchziehen.

Infos zur Gegenmobilisierung für den 4.4.

Werft auch mal einen Blick hier rein und steigert mit, damit Geld in die Kasse kommt!

Spruchbanderklärung FC*SP – FC Energie Cottbus

Das an Ultras Inferno 96 gerichtete Spruchband ist ein Versuch unser Mitgefühl in Worte zu fassen.
Sinngemäß übersetzt:

Der Verlust eines Freundes ist schwer zu ertragen und in Gedanken sind wir bei euch in dieser schmerzvollen Zeit.

Zu Besuch bei Preußen Münster

Samstag 12 Uhr, mein Fußballwochenende beginnt.
Bevor es am Sonntag zum Magischen FC nach Hamburg geht, fuhr ich mit einem Bekannten nach Münster zum 3.Liga-Spiel von Preußen Münster gegen den SV Wehen Wiesbaden. Es ist wirklich mal entspannend, wenn man für ein Fußballspiel insgesamt “nur“ 60 Kilometer fahren muss.

Am Stadion angekommen, ging es dann durch die Kontrollen an den Eingängen. Zum Vergleich zu meinen letzten Besuch in Münster sind die Kontrollen doch sehr verschärft worden. Wird wohl an dem bekannten Böllerwurf liegen, den es beim Derby in Osnabrück gab. Einmal alles aus den Taschen in einen Plastik-Korb legen, durchsuchen lassen und wieder alles in die Taschen packen. Nach den Kontrollen erst mal ein kühles Bier geholt und die Kontrollen der anderen beobachtet. Anscheinend gibt es für Leute, die Ultras sind oder Material dabei haben, einen separaten Eingang mit einem Untersuchungs-Zelt, wo auch gefühlt jeder Dritte zur Durchsuchung antreten musste. Nach dem Bier ging es zum Verkaufsstand von den Deviants Ultras, wo ich mir das Infozine “Omerta“ besorgt habe. Bis zum Anpfiff noch bisschen in der Omerta geblättert und das Stadion in Augenschein genommen.

Ein recht schönes Stadion. Sehr altmodisch, bis auf die neu gebaute Haupttribüne. Das Preußen-Stadion ist dem alten Millerntor-Stadion sehr ähnlich. Rundherum Stehplätze, bis auf die Haupttribüne, die nur Sitzplätze besitzt. Die Haupttribüne und die Gegengerade sind überdacht und die Kurven sind unbedacht. Das Stadion ist zudem sehr tief gelegen.
Wir haben uns dann kurz vor Anpfiff in die Nähe der Deviants Ultras gestellt, um mal ein bisschen zu lauschen und zu gucken, wie die abgehen. Der Gästeblock war mäßig gefüllt. An die 30-40 Wiesbadener haben den Weg ins Münsterland gefunden. Die Einlauf-Musik ertönt und die Mannschaften laufen aufs Spielfeld. Konfetti fliegt, Fahnen werden geschwenkt und Gesänge ertönen.
Die Deviants sind sehr musikalisch und kreativ in Sachen Gesänge. Die lautesten sind sie leider nicht, weil es eine kleine Gruppe von Ultras ist. Sie orientieren sich sehr am italienischen Ultrà-Style.

Anpfiff. Schon in der 4. Minute gab es den ersten Aufreger. Elfmeter für den Gastgeber aus Münster. Aus meiner Position leider nicht erkennbar, ob der Elfer gerechtfertigt war. Gute Chancen auf Seiten der Preußen in der ersten Halbzeit, aber keine Chancen, die genutzt werden konnten. 44. Minute gab es dann noch einen großen Aufreger. Elfmeter für die Gäste. Noch schlechter für mich zu erkennen, ob der gerechtfertigt war.

Halbzeit.

In der Halbzeit-Pause noch mal schnell Bier geholt und Schatten aufgesucht.
Zur zweiten Halbzeit haben wir uns dann in die Gegengerade gestellt um ein bisschen mehr vom Stadion zu sehen. Man kann sich nämlich mit einem Ticket entweder in die Heimkurve stellen oder in die Gegengerade, da es keine separaten Eingänge oder Kontrollen gibt.
In der Gegengerade stehen ehr die Alt-Preußen. Sehr wenig junges Publikum.

In der zweiten Halbzeit gab es dann noch ein paar gute Chancen und viele Fehlpässe auf beiden Seiten. Die ältere Gesellschaft der Gegengerade machte ihrem Unmut gegenüber Ihrer Mannschaft auch lauthals Luft. Leute, hört auf mit so was! Feuert eure Mannschaft auch an, wenn es mal nicht so läuft. Und pfeift sie nicht aus! Die Pfiffe gingen auch noch nach Abpfiff ein paar Minuten weiter. Wir haben uns dann beim Rausgehen noch ein Bier für unterwegs mitgenommen und sind dann auch zum Auto gegangen um die Heimfahrt anzutreten. In Allem ein sehr schöner Fußball-Samstag. Freu mich auf den nächsten Besuch im Preußen Stadion.

Cheers Jules!