Archiv der Kategorie 'Fanpolitik'

Die Spieltagsumfrage Teil 1

Na, habt ihr euch auch so gefreut über die Terminierung unserer ersten beiden Saisonspiele?

Die Landpartie in Sachen DFB-Pokal am Montagabend hat zwar der andere Altherrenverein zu verantworten. Aber Freitag auswärts nach Bochum und Montag die SGD am Millerntor begrüßen – es sieht fast so aus, als ob sie das in der Guiollettstraße ausgewürfelt haben oder dem nervigen FCSP eins auswischen wollten.

Was denkt ihr, wie es weiter geht mit unseren Spielterminen?

Gerne hätten wir aus der ganzen Willkür-&Kommerzgeschichte ein Tippspiel für euch gemacht, Trophäe und Sieger*innenehrung inclusive, doch dafür braucht es weitreichendere Programmierfähigkeiten.

Wozu wir euch stattdessen einladen wollen, ist unsere Spieltagsumfrage.
Erstmal nur bis Ende des Jahres und ohne Englische Woche.

Viel Spaß damit!

Unmut äußern

3. Spieltag: SV Darmstadt 98 – FC St. Pauli
Freitag 18.08.2017

Samstag 19.08.2017

Sonntag 20.08.2017

Montag 21.08.2017

Nur Auswertung

HIER GIBT ES DEN REST

„Tatmittel“ Schwenkfahne

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

“Tatmittel” Schwenkfahne – Kommentar zur Beschlagnahme in Köln

Die Beschlagnahme einer Kölner Schwenkfahne als so genanntes Tatmittel ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten und könnte als weitere Posse der an Peinlichkeiten ohnehin schon nicht armen Kölner Polizei verbucht werden. Im Zusammenhang mit der Hausdurchsuchung im Kölner Fanprojekt stellen sich aber weitere Fragen:

Warum ist es möglich, eine solche Hausdurchsuchung und Beschlagnahme ohne Gerichtsbeschluss und lediglich auf mündliche Anordnung durchzuführen? Zumal der Straftatbestand der Beleidigung üblicherweise keine Hausdurchsuchungen nach sich zieht.
Warum also macht sich die Kölner Staatsanwaltschaft in diesem Fall zum Erfüllungsgehilfen eines reichen Geschäftsmannes? Welche weiteren Ziele werden hier verfolgt, trifft es mit der Wilden Horde doch eine einflussreiche und „unbequeme“ Ultrà-Gruppe?

Was treibt Dietmar Hopp dazu, solche Geschütze aufzufahren, um seine vermeintlich gekränkte „Ehre“ zu verteidigen? Nach allem, was er erreicht hat, bräuchte er sich nicht als Bruder im Geiste von Erdogan gerieren und könnte mit auch noch so geschmacklosen Anfeindungen – die in entsprechenden TV-Sendungen oder Zeitschriften als Satire oder Karikatur gelten – durchaus souveräner umgehen. Beruht seine Überreaktion auf Selbstüberhöhung, Altersstarrsinn oder „Getroffene Hunde bellen laut“?

Angenommen, jemand von uns ginge zur nächsten Polizeiwache um Anzeige wegen Beleidigung zu stellen – zu rechnen wäre mit der Empfehlung, drüber zu schlafen, die Sache auf sich beruhen zu lassen oder vielleicht noch in der Mediation zu klären. Ein etwaiges Verfahren würde nach Monaten ohne Ergebnis eingestellt. Aber vor dem Gesetz sind ja alle gleich, nicht wahr?

Was verspricht sich die Staatsanwaltschaft von der Beschlagnahme einer Schwenkfahne als „Tatmittel“, außer sich damit unglaubwürdig zu machen? Es muss die pure Hilflosigkeit gewesen sein, galt es doch sicher, als Rechtfertigung für die im Zuge dieser lächerlichen Maßnahmen entstandenen Kosten und Überstunden irgendetwas präsentieren zu müssen.

Wir sind gespannt, ob die Fahne zurückgegeben wird, in der Asservatenkammer verschwindet oder irgendwo in der Öffentlichkeit wieder auftaucht. Und zwecks erfolgreicher Ermittlungen halten wir es auch in Zukunft für konsequenter, die wirklichen „Tatmittel“ zu beschlagnahmen: die Finger derer, welche Transparente oder Fahnen mit Schmähungen hochhalten und die Zungen all derer, die Schmährufe von sich geben. Da das wahre Übel aber im Kopf sitzt, empfehlen wir, per Aversionstherapie direkt auf die Gehirne der Bösewichter einzuwirken. Auf dass in den Stadien endlich wieder Ruhe herrsche.

ProFans im Mai 2017

Quelle

Stellungnahme zu den Nacktkontrollen in Sandhausen

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

… Gegen 13:10 Uhr erreichten wir schließlich das Stadion. Das Bild, dass sich uns hier bot, ließ uns nicht zuversichtlich werden, dass wir das Spiel überhaupt noch sehen sollten. Denn die Polizei hatte mehrere „Zelte“ aufgebaut. Was in der Berichterstattung auf sport1 lapidar als „intensivere Kontrollen“ abgetan wurde, trifft den Hintergrund dieser Zelte nicht ansatzweise: Denn hier drin werden sogenannte Nacktkontrollen von den Beamten durchgeführt um sicherzugehen, dass Fans keine verbotenen Gegenstände ins Stadion schmuggeln. Dabei muss man sich vor mehreren Beamten komplett nackt ausziehen, gewisse Dehnübungen machen und sich gegebenenfalls noch in den Allerwertesten schauen lassen. Dieses Prozedere kommt für gewöhnlich vor der Einweisung in ein Gefängnis, bei Terrorverdächtigen oder Drogenschmugglern zum Einsatz. Dass normale Fußballfans sich dessen vor Eintritt in ein Stadion unterziehen müssen, ist völlig grotesk und für uns in keinster Weise tragbar. …

Weiter zur vollständigen Stellungnahme von Ultra 1894/ProFans KSC.

Endspurt

Nur noch 5 Tage läuft die Petition und es fehlen noch knapp 4000 Unterschriften, also unterschreiben, teilen, verbreiten:

ProFans-Pressemitteilung zum Böllerwurf-Urteil des OLG Köln

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

ProFans kritisiert das Urteil des OLG Köln vom 09.03.2017

Das unabhängige Bündnis ProFans übt scharfe Kritik am Urteil des OLG Köln vom 09.03.2017. Dieses entschied, dass ein Fan des 1. FC Köln aufgrund eines Böllerwurfs eine Strafe von 20.340€ an seinen Verein zu zahlen habe. Diesem Urteil war eines des BGH vom 22. September 2016 voraus gegangen, bei dem die Umlage einer Verbandsstrafe des DFB-Schiedsgerichts auf einen Fan beschlossen wurde. Lediglich über die Höhe der Umlage hatte das OLG am vergangenen Donnerstag zu entscheiden.
„Die dabei angewendete Handhabe des stillschweigenden Unterwerfens unter das Verbandsrechts des DFB ist konstruiert. Der Betroffene ist einer Doppelbestrafung ausgeliefert, da seine Vergehen ja in erster Linie im Rahmen der ordentlichen Gerichtsbarkeit geahndet werden sollten.“ kritisiert ProFans-Sprecher Stephan Schell.

ProFans-Sprecherin Gloria Holborn ergänzt: “Für das größte Unverständnis sorgt jedoch die Tatsache, dass im Rahmen der Schiedsgerichtsbarkeit des DFB dem Beschuldigten keine Möglichkeit eingeräumt wird, sich zu den Vorfällen zu äußern, wie es sein verfassungsmäßiges Recht im ordentlichen Prozess ist. Außerdem sind die Verbandsstrafen des DFB in ihrer Höhe willkürlich, nicht nachvollziehbar und hängen beispielsweise von der wirtschaftlichen Situation und Straffälligkeit der Vereine ab, wobei letzteres ja wiederum auf dem Fehlverhalten anderer beruht.“

Dass einen Stadionbesucher Rechtsfolgen aus einem verbandsrechtlichen Schiedsverfahren treffen, auf welches dieser keinerlei Einwirkungsmöglichkeit hat, war in der Vergangenheit nicht nur von ProFans kritisiert worden.

Der Fokus des Urteils des OLG Köln lag nun darin, zu entscheiden „welcher Anteil der Verbandstrafe auf das Verhalten des Beklagten zurückzuführen war. Der Verein war nicht nur wegen des Böllerwurfes, sondern auch wegen drei weiterer Vorfälle, an denen der Fan nicht beteiligt war, mit einer Strafe belegt worden.[…]
Der 7. Zivilsenat entschied, dass der Beklagte den prozentualen Anteil bezahlen muss, der sich auf die Summe der Einzelstrafen bezieht. […] Das Verhältnis der jeweiligen Einzelstrafe zur Summe der Einzelstrafen sei dagegen eine verlässliche Bemessungsgrundlage, bei der Änderungen der Gesamtstrafe stets verhältnismäßig weitergegeben werden könnten.“, so heißt es in der offiziellen Pressemitteilung des OLG.

Den Fan treffen somit enorme Kosten, auf dessen Entstehung er allerdings entgegen aller rechtsstaatlichen Prinzipien keinen Einfluss hat.

Das unabhängige Bündnis ProFans fordert daher erneut den DFB auf, seine Gerichtsbarkeit transparenter und nach geltenden rechtsstaatlichen Prinzipien zu gestalten.

Dem 1. FC Köln, der bereits Revision gegen das Urteil des OLG eingelegt hat, weil er weitere 10.000€ von dem einzelnen Fan bekommen möchte, legen wir einen fanfreundlicheren Umgang mit seiner Anhängerschaft ans Herz und – soweit es uns zusteht – appellieren wir an den nun erneut entscheidenden Bundesgerichtshof, die Bemessungsgrundlage für die Umlage nicht von Umständen abhängig zu machen, für die der einzelne Beklagte nichts kann.

ProFans im März 2017

Petition zur Abschaffung der Aufstiegsrelegation in Regionalligen

Einwurf zur Südtribünen-Sperre in Dortmund

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

Einwurf zum aktuellen Urteil des DFB-Sportgerichts



Wöchentlich grüßt das Murmeltier, kriecht aus seinem VIP-Bereich hervor und maßt sich an, ein Kollektiv für das Vergehen einzelner massiv zu bestrafen.
Diesmal trifft es die Fans von Borussia Dortmund, die sich nach dem Urteil des DFB-Sportgerichts darauf einstellen müssen, das Spiel gegen Wolfsburg nicht auf der Südtribüne verfolgen zu können.

 Auch wenn wir langsam müde werden, als Fußballfans immer erst zurückrudern zu müssen, betonen wir, dass es uns fern liegt Straftaten zu bagatellisieren. In diesem Zusammenhang stellen sich allerdings genau die Fragen, die uns bewegen: Wurden Straftaten beim Gastspiel der Leipziger in Dortmund auf der Südtribüne begangen? Über welche Art von Tätlichkeiten, die im Strafgesetzbuch ihre Erwähnung finden, diskutieren wir? 

In der Verkündung des Urteils des DFB-Sportgerichts ist die Rede von Spruchbändern mit „verunglimpfenden und diffamierenden“ Inhalten, in den Innenraum geworfenen Bierbechern und einem Laserpointer. Wenn man lange genug im StGB sucht, wird man wohl früher oder später zumindest auf den Tatbestand „Beleidigung“ stoßen. Die Urteilsverkünder lassen jedoch keinen Einblick in ihre Trennlinie zwischen freier Meinungsäußerung und Beleidigung zu. Die Frage, ob es diese Trennlinie überhaupt gibt, sparen wir uns an dieser Stelle. Inwiefern Körperverletzung mit Bierbecher und Laserpointer begangen wurden, vermögen wir nicht zu beurteilen. Wir gehen aber davon aus, dass die Anzahl der belegten Betten in den Dortmunder Krankenhäusern deswegen jetzt nicht maßlos gestiegen ist.


Der DFB spricht in seiner Pressemitteilung außerdem von „massiven Zuschauer-Vorkommnissen“ und erwähnt im letzten Absatz, dass die Sportgerichtsbarkeit keinen Zugriff auf die Vorfälle hat, die sich außerhalb des Stadions zugetragen haben sollen. Auch wenn der ein oder andere Altvordere an der Otto-Fleck-Schneise bestimmt feuchte Träume beim Thema „Zugriff auf Verhalten außerhalb des Stadions“ bekommt, entspricht dies der Wahrheit. Ob es der Wahrheit entspricht, dass die Geschehnisse außerhalb des Stadions keinen Einfluss auf die Bewertung der Ereignisse im Stadion genommen haben, entzieht sich unserer Kenntnis.
Ohne Einblick in die Systematik der Sportgerichte werden wir wohl auch nie erfahren, welche Punkte in eine Bewertung eines Spieltags durch den
DFB überhaupt mit aufgenommen werden.

 So richtig „humorvoll“ wird es übrigens, wenn der DFB noch nicht mal mehr Transparente oder Pyrotechnik zum Bestrafen braucht. Viele Fanvertreter haben es damals bei den 12:12-Protesten bereits erwähnt: Die Bestrafung der Verbände für sogenannte „diffamierende Gesänge“. Herzlichen Glückwunsch, Bundesliga, du wirst gerade zur Kirmesveranstaltung! Der DFB täte wirklich gut daran sich zu überlegen, wie lange er diese Weichspülerfahne noch hochhalten möchte. Vielleicht bis sich irgendwann das Gros der Fans aus ihren Kurven verabschiedet hat und endlich die Bahn für teurere Sitzplätze mit kaufkräftigem Publikum frei geworden ist?


Zum Ende möchten wir noch ein paar Worte an diejenigen Pharisäer richten, die den Großteil ihrer Informationen aus den Massenmedien beziehen: Wenn ihr nur halbsoviel Mitleid mit Flüchtlingen oder in Armut lebenden Menschen hättet wie mit den angeblich in Dortmund verletzten „Frauen und Kindern“, dann wäre diese Gesellschaft schon mal ein ganzes Stück weiter. Es ist uns schleierhaft, wie es RB Leipzig schafft, einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung mit einer fragwürdigen Mitleidstour auf seine Seite zu ziehen, während bei fast jedem Spiel in Leipzig die dort gastierenden Fanszenen vom hiesigen Ordnungsdienst in die Fresse bekommen. Übrigens stehen auch bei anderen Fanszenen genügend Frauen und Kinder im Gästeblock!

Pro Fans kritisiert erneut die nicht vorhandene Transparenz, die Willkür und die Unverhältnismäßigkeit der Sportgerichte und fordert den DFB auf, endlich sein überholtes Strafensystem zur reformieren! Es kann nicht sein, dass 25.000 Zuschauer beim Spiel ihrer Mannschaft gezwungen sind, draußen bleiben zu müssen, nur weil Spruchbänder hochgehalten und Lieder gesungen wurden, die dem DFB nicht passen! Ebenso rufen wir alle Fußballfans auf, ihren Arsch hochzukriegen und endlich nicht nur die Fankurven, sondern auch den DFB und seine Befangenheit zum Thema RB Leipzig zu hinterfragen!



ProFans im Februar 2017

Richtigstellung zur letzten Pressemitteilung

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

Richtigstellung:
In der Sache richtig, im Detail falsch. Leider haben wir uns auf nicht ausreichend geprüfte Informationen verlassen und von daher statt des Vereins die Fanszene des FC Hansa Rostock als Urheberin der Bilderaktion bezeichnet sowie die Anzahl der Geisterspiele verdoppelt. An unserer Kritik und Forderung gegenüber dem DFB ändert dies nichts.

ProFans im Januar 2017

Pressemitteilung zum DFB-Verbot einer Protestaktion von FC Hansa Rostock-Fans

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

Pressemitteilung

ProFans kritisiert das Verbot einer Bilderaktion von Fans des FC Hansa Rostock durch den DFB

Die Fanszene des FC Hansa Rostock versucht kreativ gegen einen vom Sportgericht des DFB verhängten Zuschauerausschluss für zwei Spiele zu protestieren.

Dies soll zum einen in Form von Geistertickets und zum anderen mit einer Bilderaktion in den gesperrten Blöcken umgesetzt werden. Hierbei soll jedes Bild für einen ausgeschlossen Fan stehen.

Nachdem der Verein die erste Verbotsbegründung wegen angeblicher Brandgefahr ausgeräumt hatte, wurden andere Gründe gesucht und letztlich gefunden, um die kreative Aktion der Fans zu unterbinden. Dabei wurde sich auf ein Urteil des verbandseigenen Sportgerichts berufen, welches besagt, dass bei Blocksperren keine Banner, Fahnen oder ähnliches in den Blöcken hängen dürften.

„Damit hat der DFB sich durch seine interne Rechtsprechung selbst die Legitimation zu solchen Strafen gegeben, ohne dass dieses Vorgehen in den Statuten festgelegt ist“, kritisiert ProFans-Sprecherin Gloria Holborn das Verständnis von Gewaltenteilung innerhalb des DFB.

Den Fans vom FC Hansa Rostock wurde somit die Möglichkeit genommen, gegen die Sanktionen zu protestieren und sich eine Stimme in der Angelegenheit zu verschaffen. „Wir kritisieren Kollektivstrafen seit Jahren und beanstanden das damit intendierte Auseinanderfallen von Kurvengemeinschaften. Die Hansa-Fans zeigen, dass sie nicht bereit sind, sich durch zweifelhafte Kollektivstrafen auseinander bringen zu lassen und werden dafür in ihrer Meinungsfreiheit beschränkt,“ so ProFans-Sprecherin Gabriele Mateika.

Für mehr Verständnis und Transparenz gegenüber der DFB-Gerichtsbarkeit wird dieses Vorgehen mit Sicherheit nicht sorgen und bestätigt das von ProFans ausgerufene Jahresziel, mehr denn je die Sportgerichtsbarkeit in den Fokus der fanpolitschen Arbeit zu rücken.

„Eine Organisation, die sich öffentlicher Kritik entzieht, pervertiert den Gedanken einer demokratischen Gesellschaft,“ stellt Holborn fest und führt weiter aus: „Auch ein Verband muss damit umgehen können, dass seine Strafen nicht überall auf Wohlgefallen stoßen und darf die sachliche Auseinandersetzung damit nicht scheuen.“

In der Vergangenheit hat es mehrfach beeindruckende Protestaktionen von betroffenen Fanszenen gegen derartige Urteile gegeben. „Der DFB macht hier einen großen Fehler. Das Kritik-Verbot an seinen Urteilen bringt nämlich nicht nur Ultras gegen sich auf, sondern weite Teile der Fanszenen. Damit wird der Verband immer mehr zu einem extremen Feindbild von unterschiedlichsten Fußballfans in ganz Deutschland“, sagt Jakob Falk von ProFans.

ProFans fordert die Rücknahme des Verbotes der Bilderaktion und empfiehlt dem DFB einen gelasseneren Umgang mit Kritik an seiner ungerechten und ineffektiven Sportgerichtsbarkeit.

ProFans im Januar 2017

Pressemitteilung ProFans

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!


ProFans verleiht Fans des FC Rot-Weiß Erfurt den Negativpreis „SAM“

Zu Beginn des Jahres 2017 blickt ProFans kritisch auf die Spielansetzungen der Hinrunde 2016/2017 zurück und setzt die Dokumentation fanunfreundlicher Anstoßzeiten fort. Um den unterschiedlichen Gegebenheiten in den ersten drei Ligen Rechnung zu tragen, wird das SAM nun jeweils pro Liga vergeben.

Die Abkürzung SAM steht für „SpielAnsetzungsMonster.“ Das SAM wird seit der Saison 2015/16 zweimal im Jahr als Negativpreis an die Fanszene vergeben, die am meisten unter den fanunfreundlichen Anstoßzeiten leiden muss. Der Preis soll die Fanszenen zu noch mehr Engagement gegen diese unerträglichen Missstände motivieren und die Öffentlichkeit über die Problematik aufklären.

In der 3. Liga geht das SAM in der Hinrunde 16/17 an die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt. Die Fans der 3. Liga sind besonders von fanunfreundlichen Anstoßzeiten betroffen, da es sehr viele Ansetzungen an Freitagen gibt. ProFans listet Spiele auf, bei denen die Fans der Auswärtsmannschaft an einem Freitags-, Montags- oder sonstigem Werktagsspiel mehr als 300km fahren mussten. ProFans spricht sich seit vielen Jahren dafür aus, dass bei der Spieltagsplanung die Ansetzungen an der sogenannten „300-Kilometer-Regel“ orientiert sein sollten. Aufgrund geografischer Gegebenheiten und sonstiger Gründe (Auflagen der Behörden, Rücksichtnahme auf Mannschaften, die in internationalen Wettbewerben spielen etc.) ist die Einhaltung der 300-Kilometer-Regel nicht immer möglich. ProFans konstatiert allerdings, dass bei der Spieltagsplanung selbst eine annähernde Orientierung an dieser Regel ausbleibt. ProFans Pressesprecher Sig Zelt: „Dass ausgerechnet die Fans vom FC Rot-Weiß Erfurt das „SAM“ gewonnen haben, obwohl Erfurt innerhalb der Bundesrepublik zentral gelegen ist, zeigt das grundsätzliche Problem, dass Faninteressen bei der Planung der Spielansetzungen keine ernsthafte Rolle spielen.“

Von problematischen Anstoßzeiten sind die Fans aller Ligen betroffen. In der 2. Liga beglückwünscht ProFans in der Hinrunde 16/17 die Anhänger*innen des 1. FC Kaiserslautern nicht zum Gewinn des SAM. Die Fans des SC Freiburg sind erneut massiv von fanunfreundlichen Anstoßzeiten betroffen und stellen den 1. Platz in der 1. Liga.

Ligenübergreifend waren in der Hinrunde die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt am meisten von fanunfreundlichen Ansetzungen betroffen. Die ersten 10 Plätze im Gesamtranking verteilen sich auf 4 Zweit-, 3 Erst- und 3 Drittligisten, wobei der Gewinner der 1. Liga den 5. Platz im Gesamtranking einnimmt.

ProFans bleibt unnachgiebig bei der Kritik an fanunfreundlichen Anstoßzeiten. „Das Minimum einer aktiven Fankultur ist es, die eigene Mannschaft im Stadion anfeuern zu können. Entschieden gegen Vermarktungsinteressen zu protestieren, die uns dieses Minimum nehmen wollen, wird immer der Kern unserer fanpolitischen Aktionen sein“, sagt Philipp Wernick von der AG „ProFans Hertha B.S.C.“. „Die Wut auf diese unmöglichen Ansetzungen wächst in vielen Fanszenen. Die Aktionen gegen fanunfreundliche Anstoßzeiten werden im Jahr 2017 weiter geführt und verschärft werden. Die Adressaten unserer Kritik werden dabei nicht allein in Frankfurt am Main zu finden sein“, kündigt ProFans-Sprecherin Gloria Holborn an.

ProFans fordert die DFL und den DFB auf, endlich ernsthaft Faninteressen bei der Spieltagsplanung zu berücksichtigen.

Der Fußball lebt durch seine FANS!

ProFans, im Januar 2017