HIER DER VERSPROCHENE HOOL-ABSCHLUSSBERICHT !
Ahoi,
ich berichte jetzt von den unschönen Dingen der Fahrt am Montag zum Spiel gegen Duisburg. Der Montag fing schon gut an … Morgens um halb 7 ging es für uns los Richtung Einstiegsort. Als der Hool dann um die Ecke kam, ging es eigentlich wie immer erstmal zur Tankstelle.
(Es musste ja auch jemand, ich will die Person nicht nennen, unbedingt die Radkästen fluten, damit das Gequietsche weg geht
Zumindest war mein Kaffee gut!)
Aber dann das erste Unglück und die erste schwere Verletzung für unseren Kleinen. Als der Hool nach vorne rollte, machte es leicht „knack“ und ein Riss bzw. Steinschlag war in der Scheibe auf der Fahrerseite.

Natürlich musste dann erst einmal geklärt werden, ob wir damit weiter fahren können oder ob die Scheibe ganz reißt, wenn man durch ein Schlagloch fährt. Also kamen wir auch schon ca. 30 Minuten verspätet am 2. Sammelpunkt an.
(Jo, aber meine Handyrechnung dürfte 2stellig gestiegen sein um die Leute darüber zu informieren, dass sie sich jetzt keine Sorgen machen sollten. Mit Tape kann man alles reparieren
)
Die Fahrt verlief super und wir konnten den Rückstand schnell wieder einholen. Aber mehr schreibe ich jetzt nicht dazu, dafür gibt es ja den Spielbericht.
Um 23:30 Uhr bewegte sich der Hool dann auf seine letzte Fahrt. Wir kamen gut durch, waren auch Ruckzuck am vorletzten Absprunsgort der mitreisenden Mafiosi, als wir uns dann auf den Weg zur Endstation machten. Alles bereits gepackt und schon mental auf die Arbeit vorbereitet, die um 8 Uhr morgens auch schon wieder losging. Um 5:45 Uhr klingelte mein Wecker, schließlich sollten wir ja um 6 Uhr aussteigen, was auch passiert ist. Allerdings ganz woanders.

Es wunderte uns alle 5, warum der Bus auf einmal so langsam fuhr und kein Motorengeräusch zu hören war. Auf einmal hielt der Bus auf dem Standstreifen, die Tür ging auf und es qualmte hinterm Hool. Nach einem kurzem fachmännischen Blick in den Motorraum war schnell klar, der Motor ist heiß geworden und der Keilriemen war wieder mal abgesprungen. Nach einem Telefonat mit unserem Steuermann, der in HH geblieben war, hieß es, ca. 45 Minuten warten und dann geht das wieder. Wir natürlich gewartet, es waren ja auch nur ca. 10 km bis zum Ziel. Allerdings hat das Warten nix gebracht, der Bus wollte und wollte nicht anspringen. Also die Werkstatt angerufen, von der es nur hieß, der Meister ist in 15 Minuten da und dann kommt jemand mal gucken. Zu dem Zeitpunkt war es schon 6:45 Uhr und die Bullerei hatte sich schon mit Blaulicht hinter uns eingereiht um abzusichern. Als aber dann ne Stunde später immer noch niemand von der Werkstatt da war, wurden die Herren in Blau ziemlich unruhig und fragten über Lautsprecher nach, was nun sei.
Dann kam aber endlich der Werkstattwagen angerollt. Der Mechaniker tat ebenfalls einen fachmännischen Blick in den Motorraum und stellte ebenfalls fest, dass der Keilriemen gerissen war. Da er aber keinen dabei hatte, nahm er das gerissene Stück und fuhr wieder los. (Mal eben schnell einen Keilriemen holen.) Nach weiteren 60 Minuten, es war mittlerweile schon 8:30 Uhr, kam er dann mit einem Kollegen und NUR einem Keilriemen wieder. In der Zwischenzeit war die Polizei auch schon wieder gefahren (Die Herren wollten unbedingt ihre Pause nicht versäumen.) und die Autobahnmeisterei sicherte uns ab und das sage und schreibe mit 2 Fahrzeugen und 5 Mitarbeitern. Die beiden Werkstattmitarbeiter versuchten dann vergeblich den zu kurzen Keilriemen aufzuziehen. (War aber ein grandioser Anblick, wie 2 Leute einen 10 cm zu kurzen Keilriemen aufziehen wollten, hätte man filmen sollen, bei YouTube hätte es 1000000 Klicks gegeben!) Bei uns herrschte deswegen wirklich Aufregung – warum die auch nur einen Keilriemen dabei hatten! Ich muss sagen, ziemlich inkompetente Mitarbeiter, die diese Fachwerkstatt da hat. Ich muss jetzt noch mal nen kleinen Einschnitt machen. Es war mittlerweile auch schon 9:15 Uhr, und der Anführer der Straßenmeistereibande kam an den Bus, wo wir uns alle mit Mate wach hielten, fragte nach der Adresse für die Rechnung und teilte uns mit, dass ein Wagen und 4 Mitarbeiter der Stadt die Stelle jetzt verlassen würden und ein Mitarbeiter mit LKW zum Absichern bleiben würden. (Was ziemlich cool war von ihm, denn sonst hätten alle 5 Mitarbeiter und beide Fahrzeuge bezahlt werden müssen.) Die beiden Mitarbeiter wurschtelten in der ganzen Zeit im Motorraum rum und versuchten irgendwie die Länge des Keilriemen zu messen. (Ha, die haben es mit Kabelbindern versucht, war ne eckige Angelegenheit und bestimmt ziemlich genau, naja zum Glück konnten wir mit etwas Schnur aushelfen, damit die Jungs ihren Job machen konnten.) Auf einmal hieß es, dass jetzt einer mit einem Keilriemen kommt. Es war mittlerweile 10:45 Uhr. Als dann der Azubi dieser Firma auf einmal mit 5 Riemen ankam und tatsächlich der Erste davon passte, wurde dann versucht den Motor zu starten. (Obwohl wir ja schon von Anfang an gesagt haben: “ Startet mal den Motor, vielleicht ist der fritte“. Hätten die das gemacht hätten wir uns 3 Stunden sparen können.) Allerdings ohne Erfolg.
Ich und noch ein Mitreisender hätten eigentlich schon auf der Arbeit sein müssen und nach mehreren Telefonaten haben wir dann auch einen Tag Urlaub raus geschlagen. Die Stimmung unter den Mitreisenden war mittlerweile auch ziemlich ausgelassen, man macht halt das Beste aus der Situation und die Kiste Mate war auch schon fast leer. Wieder zurück zum Bus. Es wurde also schnell klar, der Bus springt nicht mehr an. Also muss er abgeschleppt werden. Da es aber dabei wieder einmal um Geld ging, wollte dies erst niemand tun, es war mittlerweile 11:15 Uhr.

Es ist uns aufgefallen, dass jedes Mal, wenn irgendetwas gesagt wird, dies auch wahr wird. Z.B. bei der Fahrt zum Heimspiel gegen München sind L. und ich Samstagvormittag dem Steuermann entgegen gekommen und haben einfach nur aus Jux und Dollerei gesagt „Dahinten steht so nen bunter Van Hool, der hat nen platten Reifen.“ Natürlich haben wir das nicht gesehen und es war nur Spaß. Als wir dann sonntags zum Bus kamen, hatte dieser aber nen platten Reifen. Vor der Abfahrt in HH und dem Busfahrerwechsel, sagte unser Steuermann „Fahrt vorsichtig und macht nix kaputt“. Naja, ich schreibe ja gerade darüber, wo wir gelandet sind. Was sagt uns das? Es wird über solche Sachen einfach nicht mehr kommuniziert!
Nachdem es sich dann endlich geklärt hatte, dass ein Abschleppunternehmen kommt und den Bus mitnimmt, waren wir am überlegen, wie wir dann da weg kommen. Erst einmal hieß es Warten und noch mehr Warten, bis sich irgendwas getan hat. Um 12:25 kam dann der Abschleppdienst. Von dem Fahrer dieses Wagens mussten wir uns erst einmal anhören, dass unser Hool ne Schrottkarre wäre. So was geht mal gar nicht! (Was dem Ringertyp beinahe ein paar Watschen von H. eingebracht hätte und das mit Recht).

Also wurde der Hool aufgebockt, was allerdings auch einige Zeit dauerte. Wie lange genau, kann ich nicht sagen, denn wir waren schon vor dem Hool weg. (3 Stunden, wie aus zuverlässiger Quelle berichtet wurde.)
Mehrere Versuche ein Großraum Taxi auf die Autobahn zu lotsen scheiterten, bis auf einmal doch ein Unternehmen uns geholt hat. Um Punkt 13 Uhr ging es mit allen wichtigen Sachen aus dem Hool dann Richtung Ziel.
Ich sag euch, diese Tour werde ich nie vergessen. Es war anstrengend, ärgerlich, aber irgendwie auch lustig auf der A4 an Kilometer 62,2 mit 4 Mafiosi + 1 auf der Autobahn liegen zu bleiben (Wie ich schon sagte, wir haben uns den Spaß selber gemacht, es ist normalerweise echt keine spaßige Situation.) Ironie des Schicksals: gegenüber auf der anderen Seite der Autobahn war ein riesengroßer „Boyz Köln“-Schriftzug, den wir uns die ganzen 7 Stunden und 15 Minuten anschauen mussten.
Ich bin echt ein bisschen traurig darüber, den guten Van Hool jetzt wahrscheinlich nicht mehr wieder zu sehen. Ich habe in dem letzten Jahr sehr viel Zeit in diesem Bus verbracht mit echt super Leuten. Auch wenn er ab und an schon mal kleinere Macken hatte wie ständiges Abfliegen des Keilriemens, Ausfall der Heizung oder Klimaanlage, war es ein sehr gemütlicher und komfortabler Bus. Wir hätten es besser nicht haben können. Ich werde den Bus vermissen und es wird schwer sich an einen anderen Bus zu gewöhnen.
Also Van Hool, Danke für deine Dienste! Und auf dich nun das nächste Bier!
RIP
Basti (Zwischenrufe von Duke)