Archiv für Januar 2017

Richtigstellung zur letzten Pressemitteilung

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

Richtigstellung:
In der Sache richtig, im Detail falsch. Leider haben wir uns auf nicht ausreichend geprüfte Informationen verlassen und von daher statt des Vereins die Fanszene des FC Hansa Rostock als Urheberin der Bilderaktion bezeichnet sowie die Anzahl der Geisterspiele verdoppelt. An unserer Kritik und Forderung gegenüber dem DFB ändert dies nichts.

ProFans im Januar 2017

Pressemitteilung zum DFB-Verbot einer Protestaktion von FC Hansa Rostock-Fans

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

Pressemitteilung

ProFans kritisiert das Verbot einer Bilderaktion von Fans des FC Hansa Rostock durch den DFB

Die Fanszene des FC Hansa Rostock versucht kreativ gegen einen vom Sportgericht des DFB verhängten Zuschauerausschluss für zwei Spiele zu protestieren.

Dies soll zum einen in Form von Geistertickets und zum anderen mit einer Bilderaktion in den gesperrten Blöcken umgesetzt werden. Hierbei soll jedes Bild für einen ausgeschlossen Fan stehen.

Nachdem der Verein die erste Verbotsbegründung wegen angeblicher Brandgefahr ausgeräumt hatte, wurden andere Gründe gesucht und letztlich gefunden, um die kreative Aktion der Fans zu unterbinden. Dabei wurde sich auf ein Urteil des verbandseigenen Sportgerichts berufen, welches besagt, dass bei Blocksperren keine Banner, Fahnen oder ähnliches in den Blöcken hängen dürften.

„Damit hat der DFB sich durch seine interne Rechtsprechung selbst die Legitimation zu solchen Strafen gegeben, ohne dass dieses Vorgehen in den Statuten festgelegt ist“, kritisiert ProFans-Sprecherin Gloria Holborn das Verständnis von Gewaltenteilung innerhalb des DFB.

Den Fans vom FC Hansa Rostock wurde somit die Möglichkeit genommen, gegen die Sanktionen zu protestieren und sich eine Stimme in der Angelegenheit zu verschaffen. „Wir kritisieren Kollektivstrafen seit Jahren und beanstanden das damit intendierte Auseinanderfallen von Kurvengemeinschaften. Die Hansa-Fans zeigen, dass sie nicht bereit sind, sich durch zweifelhafte Kollektivstrafen auseinander bringen zu lassen und werden dafür in ihrer Meinungsfreiheit beschränkt,“ so ProFans-Sprecherin Gabriele Mateika.

Für mehr Verständnis und Transparenz gegenüber der DFB-Gerichtsbarkeit wird dieses Vorgehen mit Sicherheit nicht sorgen und bestätigt das von ProFans ausgerufene Jahresziel, mehr denn je die Sportgerichtsbarkeit in den Fokus der fanpolitschen Arbeit zu rücken.

„Eine Organisation, die sich öffentlicher Kritik entzieht, pervertiert den Gedanken einer demokratischen Gesellschaft,“ stellt Holborn fest und führt weiter aus: „Auch ein Verband muss damit umgehen können, dass seine Strafen nicht überall auf Wohlgefallen stoßen und darf die sachliche Auseinandersetzung damit nicht scheuen.“

In der Vergangenheit hat es mehrfach beeindruckende Protestaktionen von betroffenen Fanszenen gegen derartige Urteile gegeben. „Der DFB macht hier einen großen Fehler. Das Kritik-Verbot an seinen Urteilen bringt nämlich nicht nur Ultras gegen sich auf, sondern weite Teile der Fanszenen. Damit wird der Verband immer mehr zu einem extremen Feindbild von unterschiedlichsten Fußballfans in ganz Deutschland“, sagt Jakob Falk von ProFans.

ProFans fordert die Rücknahme des Verbotes der Bilderaktion und empfiehlt dem DFB einen gelasseneren Umgang mit Kritik an seiner ungerechten und ineffektiven Sportgerichtsbarkeit.

ProFans im Januar 2017

Pressemitteilung ProFans

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!


ProFans verleiht Fans des FC Rot-Weiß Erfurt den Negativpreis „SAM“

Zu Beginn des Jahres 2017 blickt ProFans kritisch auf die Spielansetzungen der Hinrunde 2016/2017 zurück und setzt die Dokumentation fanunfreundlicher Anstoßzeiten fort. Um den unterschiedlichen Gegebenheiten in den ersten drei Ligen Rechnung zu tragen, wird das SAM nun jeweils pro Liga vergeben.

Die Abkürzung SAM steht für „SpielAnsetzungsMonster.“ Das SAM wird seit der Saison 2015/16 zweimal im Jahr als Negativpreis an die Fanszene vergeben, die am meisten unter den fanunfreundlichen Anstoßzeiten leiden muss. Der Preis soll die Fanszenen zu noch mehr Engagement gegen diese unerträglichen Missstände motivieren und die Öffentlichkeit über die Problematik aufklären.

In der 3. Liga geht das SAM in der Hinrunde 16/17 an die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt. Die Fans der 3. Liga sind besonders von fanunfreundlichen Anstoßzeiten betroffen, da es sehr viele Ansetzungen an Freitagen gibt. ProFans listet Spiele auf, bei denen die Fans der Auswärtsmannschaft an einem Freitags-, Montags- oder sonstigem Werktagsspiel mehr als 300km fahren mussten. ProFans spricht sich seit vielen Jahren dafür aus, dass bei der Spieltagsplanung die Ansetzungen an der sogenannten „300-Kilometer-Regel“ orientiert sein sollten. Aufgrund geografischer Gegebenheiten und sonstiger Gründe (Auflagen der Behörden, Rücksichtnahme auf Mannschaften, die in internationalen Wettbewerben spielen etc.) ist die Einhaltung der 300-Kilometer-Regel nicht immer möglich. ProFans konstatiert allerdings, dass bei der Spieltagsplanung selbst eine annähernde Orientierung an dieser Regel ausbleibt. ProFans Pressesprecher Sig Zelt: „Dass ausgerechnet die Fans vom FC Rot-Weiß Erfurt das „SAM“ gewonnen haben, obwohl Erfurt innerhalb der Bundesrepublik zentral gelegen ist, zeigt das grundsätzliche Problem, dass Faninteressen bei der Planung der Spielansetzungen keine ernsthafte Rolle spielen.“

Von problematischen Anstoßzeiten sind die Fans aller Ligen betroffen. In der 2. Liga beglückwünscht ProFans in der Hinrunde 16/17 die Anhänger*innen des 1. FC Kaiserslautern nicht zum Gewinn des SAM. Die Fans des SC Freiburg sind erneut massiv von fanunfreundlichen Anstoßzeiten betroffen und stellen den 1. Platz in der 1. Liga.

Ligenübergreifend waren in der Hinrunde die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt am meisten von fanunfreundlichen Ansetzungen betroffen. Die ersten 10 Plätze im Gesamtranking verteilen sich auf 4 Zweit-, 3 Erst- und 3 Drittligisten, wobei der Gewinner der 1. Liga den 5. Platz im Gesamtranking einnimmt.

ProFans bleibt unnachgiebig bei der Kritik an fanunfreundlichen Anstoßzeiten. „Das Minimum einer aktiven Fankultur ist es, die eigene Mannschaft im Stadion anfeuern zu können. Entschieden gegen Vermarktungsinteressen zu protestieren, die uns dieses Minimum nehmen wollen, wird immer der Kern unserer fanpolitischen Aktionen sein“, sagt Philipp Wernick von der AG „ProFans Hertha B.S.C.“. „Die Wut auf diese unmöglichen Ansetzungen wächst in vielen Fanszenen. Die Aktionen gegen fanunfreundliche Anstoßzeiten werden im Jahr 2017 weiter geführt und verschärft werden. Die Adressaten unserer Kritik werden dabei nicht allein in Frankfurt am Main zu finden sein“, kündigt ProFans-Sprecherin Gloria Holborn an.

ProFans fordert die DFL und den DFB auf, endlich ernsthaft Faninteressen bei der Spieltagsplanung zu berücksichtigen.

Der Fußball lebt durch seine FANS!

ProFans, im Januar 2017