Archiv für August 2016

Und schon wieder montags quer durchs Land …

Im Grunde könnten wir unseren vorletzten Beitrag hier wieder reinsetzen, denn erneut „auf Wunsch der beteiligten TV-Partner“ – so heißt es im Begleitschreiben der DFL zur Terminierung unseres Heimspiels gegen den 1. FC Nürnberg –, dürfen dessen Fans also am Montag vor Allerheiligen 1220 km durchs Land reisen. Sch…egal, dass es diesmal nicht uns direkt, sondern eine nicht gerade mit uns befreundete Fanszene trifft – die Problematik ist für uns alle dieselbe. Außerdem dürfen wir eine Woche später ran und insgesamt 1030 km nach Würzburg fahren, wollen wir unser Team dort vor Ort unterstützen. Schade nur, dass DFL und TV-Partner letztlich von unserer Anhänglichkeit der Mannschaft gegenüber profitieren und das immer weiter ausnutzen und ausbauen werden.

Foto: KleinerTod

„Fankultur und Rechtsextremismus nicht vereinbar“

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

Pressemitteilung

ProFans hat erfahren, dass es in Berlin im Zuge der Wahlen zum Abgeordnetenhaus erneut Plakate der rechtsextremen NPD gibt, mit denen die nationalistische Partei versucht, sich durch das Thema „Fankultur“ bei Fußballfans zu profilieren. Auf dem Plakat steht wörtlich „Pyrotechnik nicht kriminalisieren“ und „Fankultur erhalten“. Die NPD greift damit grundsätzliche Forderungen und Formulierungen der Arbeit von ProFans und weiteren fanpolitisch aktiven Organisationen und Gruppen auf.

Das deutliche Erstarken des Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in der Gesellschaft ist sehr besorgniserregend und gefährlich. Alle Teile der Gesellschaft sind daher aufgerufen, in ihren Bereichen Widerstand zu leisten und Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Toleranz zu verteidigen.
Der Wirkungsbereich von ProFans sind die Fußballstadien des Landes. Hier sind die Fans aufgerufen, sich gegen Rechtsextremismus und -populismus zu positionieren und engagieren.

Offenbar versucht die NPD erneut nicht nur rassistische Fußballfans für ihre Partei zu gewinnen, sondern auch bei Fans, die sich als „unpolitisch“ bezeichnen, Sympathisanten zu gewinnen. Während andere Parteien Fußballfans hauptsächlich als Sicherheitsrisiko behandeln und nutzen, wählt die NPD bewusst Slogans der aktiven Fanszene und Ultràbewegung. ProFans-Sprecher Jakob Falk: „Wir betonen unablässig, dass Rechtsextremismus mit unserer Fankultur nicht vereinbar ist. Nazis und Rassisten sind Feinde unserer aktiven, kritischen, lautstarken und bunten Fankultur. Wer rechts wählt,wählt gegen unsere Fankultur.“

Es ist zu vermuten, dass die NPD im Wahlkampf auch wieder vor Stadien auftauchen und ihre ideologischen Flyer verteilen wird. „Alle Fußballfans sind aufgerufen, sich gegen diese Einmischung von rechts in die Fankultur zu wehren. Lasst Euch nicht blenden! Entsprechende Versuche der Nazis vor den Stadiontoren müssen verhindert werden“, sagt Sig Zelt, Pressesprecher von ProFans.

ProFans ruft zur Solidarität mit allen antirassistisch engagierten Fußballfans auf. An vielen Standorten gibt es aktive Gruppen und Projekte, die sich gegen Diskriminierung einsetzen und sich z.B. um die Unterstützung von geflüchteten Menschen bemühen. „Die bestehenden antirassistischen Strukturen und Gruppen müssen dringend gestärkt werden. Aktive Fans in den Stadien dürfen mit ihrem Engagement nicht allein gelassen werden. Sie müssen gegen Angriffe von rechts geschützt werden und brauchen mehr Handlungsspielräume. Die Verantwortlichen der Verbände, Vereine, der Polizei und Politik sollten bedenken, dass viele der bestehenden Repressionen gegen Fußballfans auch ihr antirassistisches Engagement stark beeinträchtigen“, sagt Jakob Falk.

Für ProFans gilt bei diesem Thema nur ein Motto:

Kein Fußball den Rassisten!

ProFans im August 2016

„… auf Wunsch des TV-Partners …“

… findet unser erstes Spiel der Saison 2016/17 am kommenden Montagabend in Stuttgart statt – 656 km vom Heiligengeistfeld entfernt. Macht also für diejenigen aus Hamburg, die unser Team vor Ort unterstützen wollen, mindestens 1 Tag Urlaub nehmen und 1312 km fahren müssen. Die Begründung der DFL für diese Terminierung lautet (ebenso wie für die Begegnung FC Schalke 04 – FC Bayern München am 9.9.): „Diese Ansetzung erfolgt aufgrund des Wunsches der TV-Partner.“

Das lässt zwei Schlüsse zu: entweder ist die DFL trotz ihrer Gesprächsangebote an uns Fans und versuchter Federführung einer neuen AG Fanbelange nicht der zuständige Ansprechpartner für unsere Interessen oder sie versteckt sich hinter TV-Partnern, Polizei oder Stadionkonzerten und macht einen auf Hände in Unschuld waschen. Gespräche machen da keinen Sinn mehr.

Foto: KleinerTod