Archiv für August 2015

ProFans-Pressemitteilung anlässlich Heidenau und dem Umgang mit Flüchtenden

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

Pressemitteilung

ProFans für Menschenrechte und gegen Diskriminierung

„Das Stadion ist ein Spiegelbild der Gesellschaft.“ – Diesen Satz nutzte ProFans bereits häufiger in Diskussionen, wenn es wieder einmal einen Aufschrei in der Öffentlichkeit zum Thema Sicherheit beim Fußball gab. Negative Erscheinungen finden sich eben in einem Stadion genauso wieder, wie im Alltag auch. Bestätigt wird dieser Satz leider aktuell durch Vorfälle in der ganzen Republik.

Warnt das Fanbündnis schon seit Längerem vor dem Erstarken rechter Kräfte in den Fankurven, sieht man eben diese Kräfte jetzt wieder gehäuft auf den Straßen und vor Flüchtlingsunterkünften. In den Stadien wollen engagierte Fans menschenverachtendes Denken fernhalten, doch werden sie selbst vorwiegend als Sicherheitsrisiko behandelt, während die Zahl der braunen Rattenfänger steigt und steigt. Im Stadion wie überall. „Das Stadion ist ein Spiegelbild der Gesellschaft“, trifft es sehr deutlich.

Für Fußballfans und allen voran Ultras ist die Fankurve jedoch ein bunter und kreativer Ort, an dem Ausgrenzung und Diskriminierung keinen Platz haben. Spieler und Spielerinnen aus der ganzen Welt tragen die Farben des Vereins, den man so liebt, die Freunde in der Fankurve haben verschiedene Hautfarben, Religionen und sexuelle Orientierungen. Die von uns gelebte Fankultur hat Einflüsse aus England und Südeuropa, aber auch aus Polen und vom Balkan. Unter der Woche staunen wir über YouTube-Videos aus Südamerika, Griechenland oder Afrika. Fußball verbindet, und so gibt es nicht wenige Freundschaften zu Fanszenen im Ausland. Fankultur lebt von „Multikulti“, von allen Einflüssen, aus denen man kreative Ideen für die Unterstützung seines Teams ziehen kann. Und nicht zuletzt vom großen Gemeinschaftsgefühl für die gemeinsame Leidenschaft.

Die ProFans angeschlossenen Gruppen eint ein antirassistischer Grundkonsens, dessen Anerkennung Voraussetzung für das Mitwirken jeder einzelnen Gruppe in der Fanorganisation ist. Dieser ist aktueller als je zuvor. Wie in den Kurven darf auch in der Gesellschaft kein Platz für Intoleranz und Diskriminierung sein! Viele Fangruppen engagieren sich deshalb auch außerhalb des Stadions für Flüchtlinge, helfen bedürftigen Menschen oder organisieren und beteiligen sich an Demos gegen Nazis.

ProFans wünscht sich, dass diese Aufgeschlossenheit und dieses Engagement nicht nur beim Fußball die Einstellung einiger Kurven und Fangruppen kennzeichne, sondern dass der Einsatz für Menschenrechte und gegen Diskriminierung in allen Stadien und darüber hinaus in unserer ganzen Gesellschaft wie auch seitens Politik und Medien selbstverständlich sei.

ProFans im August 2015

Rückblick: ProFans-Aktionsspieltage für fangerechte Anstoßzeiten

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

ProFans dokumentiert den Protest gegen eine weitere Aufteilung der Ligaspieltage

Das Bündnis ProFans spricht sich seit Beginn der Debatte gegen eine weitere Aufsplittung des Spieltags aus. Dass dies ein Anliegen der Kurven in Deutschland ist, zeigen die dokumentierten Fotos der 1. Pokalrunde und des darauf folgenden Spieltages. Dies bestätigt uns in unserer Einschätzung, dass bei der Spieltagsgestaltung Fankurven-übergreifend die Grenzen des Ertragbaren erreicht sind. Faninteressen dürfen nicht einer unter vielen zu beachtenden Faktoren bleiben, sondern müssen einer der entscheidenden Faktoren werden. Die Interessen derjenigen, die dafür sorgen, dass sich der Fußball in Deutschland von dem in anderen Ländern positiv unterscheidet, müssen stärker gewichtet werden! Die DFL, der DFB und die Vereine müssen endlich zur Vernunft kommen und sollten die Spirale nicht überdrehen.

Fotos von den Aktionsspieltagen

Spruchbanderklärung zum Heimspiel gegen die SpVgg Fürth

ProFans-Pressemitteilung zur Spieltagszersplitterung

Infos zum gleichnamigen damals von der BBC gebannten Song von Heaven 17

Hamburger Bündnis gegen Rechts

Dankeschön an KleinerTod und Grüße rüber zur Gegengerade!

ProFans-Pressemitteilung zu den Spielterminierungen

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!


ProFans lässt nicht locker: Fußball für die Fans! Für fangerechte Spieltermine!

Zum Saisonstart der 1. Bundesliga wendet ProFans sich erneut öffentlich gegen die Spieltagszersplitterung und gegen Wochentagsspiele der Liga, nachdem bereits am Pokalwochenende in vielen Stadien Spruchbänder mit der Forderung nach fanfreundlichen Spielterminen zu sehen waren.

Höheren Fernseheinnahmen zuliebe werden die Spieltage der ersten Ligen zunehmend auf viele Termine verteilt. Damit nimmt die DFL auf die Bedürfnisse der mitreisenden Fans herzlich wenig Rücksicht. Ganz davon abgesehen, sind Wochentagsspiele auch für viele Heimzuschauer problematisch. Allerdings steht nicht der Ligaverband allein in der Verantwortung, sondern ebenso die ihm angehörenden Vereine selbst sowie der DFB. ProFans-Sprecher Jakob Falk erklärt: „Auch der DFB muss deutlich kritisiert werden. Die Anstoßzeiten im DFB-Pokal und sogar in der 3. Liga sind zum Teil eine üble Zumutung für aktive Fans. Während über künftige Montagsspiele in der 1. Liga diskutiert wird, terminiert der DFB bereits seit Jahren Pokalspiele der 1. Runde auf den Montag.“

Seit vielen Jahren liegt der Vorschlag von ProFans auf dem Tisch, an Freitag- und Sonntagabenden wenigstens solche Spiele bevorzugt anzusetzen, bei denen die Entfernung zwischen den Heimatstädten der Vereine nicht mehr als 300 km beträgt. Bei größeren Entfernungen müssen die meisten der mitreisenden Fans für Spiele am Freitag- oder Sonntagabend einen Urlaubstag opfern, für Spiele an Wochentagen sogar zwei.

Wie die Auswertung der Aktion um den Negativpreis „SAM“ (SpielAnsetzungsMonster) ergab, traf es in der vergangenen Saison in der 1. und 2. Bundesliga insgesamt 10 Vereine, deren Anhänger allein für die Ligaspiele zwischen einer und zwei vollen Urlaubswochen daransetzen mussten, wenn sie zu allen mitreisen wollten. Unfreiwillige „Spitzenreiter“ in dieser Auflistung sind die Fanszenen von Fortuna Düsseldorf und dem FC St. Pauli mit jeweils 10 Tagen, gefolgt vom FC Augsburg, dem SC Freiburg und den beiden Berliner Vereinen Hertha BSC und 1. FC Union.

Selbst in der dritten Liga gibt es noch drei Vereine, deren Fans für die Auswärtsspiele eine Woche Urlaub oder länger einplanen mussten. Beispiele wie Fortuna Köln oder Rot-Weiß Erfurt (6 Tage) zeigen, dass auch mitnichten nur Vereine aus fußballerisch „abgelegenen“ Orten betroffen sind. Für die Fans ist das eine Zumutung, und auch der Sicherheit dient es nicht, wenn vor allem familiär und beruflich gebundene Anhänger wegbleiben.

Die immer wiederkehrende Suggestion, Gästefans seien vor allem eine Bedrohung der Sicherheit, ist ohnehin verfehlt, denn nichts trägt so stark zu einer emotionalen Zuschauerkulisse bei wie ein stimmungsvoller Gästeblock. Gerade jene Vereine, die viele Fans mit nach auswärts bringen, locken die meisten Heimzuschauer in die Stadien.

ProFans-Sprecher Sig Zelt dazu: „Die Fernsehdauerberieselung mit Fußball und das Vergraulen von Gästefans wird den Vereinen noch einmal kräftig auf die Füße fallen. Es ist doch absurd, des kurzfristigen Gewinns wegen Abstriche an der Attraktivität hinzunehmen.“

Philipp Wernick, einer der Initiatoren der SAM-Aktion, unterstreicht: „Für wen soll der Spitzenfußball denn da sein, wenn nicht zuallererst für die treuen Fans, die Woche für Woche ins Stadion gehen, um ihr Team aktiv zu unterstützen?“ Sig Zelt ergänzt noch einmal: „Der dramatische Popularitätsrückgang bei der Formel 1 im Automobilrennsport zeigt, wie schnell man das Rad überdrehen kann.“

Wie bereits mitgeteilt, wird ProFans den SAM in dieser Saison nicht mehr monatlich, sondern halbjährlich vergeben, um zu zeigen, welche Fanszenen übers Jahr ganz besonders betroffen sind und für die Mehreinnahmen an Fernsehgeldern mit ihren eigenen Urlaubstagen und oft auch höheren Reisepreisen zahlen.

ProFans im August 2015

Spruchbanderklärung DFB-Pokalspiel

Am Freitag durften die Fans des FSV Frankfurt nach Berlin fahren und die des FC Augsburg ins saarländische Elversberg.
Sonntagabend ging es für die Anhänger*innen des 1. FC Kaiserslautern nach Rostock und die Fans des FSV Mainz durften ihr Team in Cottbus unterstützen.
Montagabend war es die Fanszene von Hertha BSC, die auf dem Weg nach Bielefeld und zurück Hunderte von Kilometern abreißen musste, ebenso wie alle, die aus Mönchengladbach und umzu ihr Team bei uns am Millerntor anfeuern wollten.
Ein großes Dankeschön an die Verantwortlichen für diesen erneuten Beweis, was euch die Fans wirklich bedeuten.

Foto von KleinerTod