Archiv für Dezember 2014

Solidarität mit dem Captain!

Wer beim gestrigen Heimspiel in der Halbzeitpause die Ohren gespitzt hatte, wird sich genauso wie wir darüber gefreut haben, am Millerntor „NaziFreieZone“ gehört zu haben – für uns ein kleiner feiner Ausdruck von Solidarität mit Captain Gips.

Zum Hintergrund: Gegen Captain Gips wird jetzt wegen Aufforderung zu Straftaten und Volksverhetzung ermittelt. Der Song selbst ist über 2 Jahre alt und erschien im Vorfeld der auch von der Stadt Hamburg unterstützten Demo gegen den Naziaufmarsch vom 2. Juni 2012. Wenn es um Repression geht, sind staatliche Instanzen in der Regel schneller. Wer könnte also jetzt ein Interesse an einer derart lächerlichen Anzeige haben? Es liegt nahe, die Verantwortlichen dafür in der gleichen rechten Ecke zu suchen, die auch Blogsport, Frau Schwesig und zuletzt die AntilopenGang angezeigt haben.

Infos und kostenloser Download von „NaziFreieZone“

Spruchbanderklärung

Angesichts der letzten Spiele und des aktuellen Tabellenplatzes werden in vielen von uns Erinnerungen an die Zeit vor 11 Jahren wach: unser Team stieg aus der 2. Liga in die Regionalliga Nord ab (die 3. Liga gab es damals noch nicht) und brauchte 4 (in Worten: VIER!) Spielzeiten für den Wiederaufstieg.

Aus dieser Zeit stammt „Song 1″ von Rubberslime. Mit einer Zeile aus diesem mehr denn je aktuellen Lied erinnern wir an die auch wirtschaftlich gesehen harten Regionalligazeiten und geben – bei aller Freude an interessanten Drittliga-Fanszenen – unserer Hoffnung Ausdruck, die „Boys in Brown“ mögen sich endlich berappeln.

Dankeschön an KleinerTod

ProFans-Pressemitteilung

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

ProFans verleiht Fans des SV Werder Bremen den Negativpreis „SAM“ und zieht ein Resümee zu den Aktionen der Hinrunde

Berlin, den 01. Dezember 2014

Das unabhängige Bündnis ProFans verleiht der Fanszene des SV Werder Bremen den Negativpreis „SAM“ für den Monat Dezember. Die Werder-Fans müssen am 14. Spieltag, an einem Sonntagabend zum Auswärtsspiel nach Frankfurt reisen (442 km) und am 16. Spieltag, an einem Mittwochabend nach Mönchengladbach (476 km). Auch in diesem Monat müssen viele Fans unvermeidbar Urlaubstage nehmen, wenn sie ihre Mannschaft in der Ferne unterstützen wollen.

Die Abkürzung SAM steht für „SpielAnsetzungsMonster.“ Das SAM wird einmal im Monat vom Bündnis ProFans als Negativpreis an die Fanszene vergeben, die am meisten unter den fanunfreundlichen Anstoßzeiten leiden muss. Der Preis soll die Fanszenen zu noch mehr Engagement gegen diese unerträglichen Missstände motivieren und die Öffentlichkeit über die Problematik aufklären.

Auf den Plätzen Zwei und Drei liegen für den Monat Dezember 2014, im negativen Ranking der Jury von ProFans, die Fanszenen vom FC Sankt Pauli und von Eintracht Braunschweig.

Mit der fünften und letzten Verleihung des SAM im Jahr 2014 ist es an der Zeit ein kurzes Resümee der zurückliegenden Verleihungen und Aktionen zu ziehen und gleichzeitig einen Ausblick auf die kommende Hinrunde im Jahr 2015 zu geben. Die Verleihung des SAM zog eine Reihe von Aktionen der Preisträger nach sich, die dazu führten, dass im Fall von Hertha BSC und dem FC Augsburg, auch Vereinsoffizielle öffentlich die Forderungen von ProFans bekräftigten.

So plädierte Ingo Schiller, Geschäftsführer Finanzen bei Hertha BSC, für die Einführung der 300km-Regel. Schiller betonte, dass gerade an Freitagen weit entfernte Ansetzungen vermieden werden sollten und versprach, dass der Verein diese Problematik direkt bei der DFL ansprechen werde. Unterstützung bekam die Forderung darüber hinaus vom stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des FC Augsburg, Klaus Hofmann: „Die 300km-Regel ist sinnvoll und für ihre Einführung werden wir unsere Stimme erheben.“

Ob es an den Aktionen lag oder nicht, drei Spieltage in der ersten Fußballbundesliga wurden am Ende der Hinrunde in etwa so terminiert, wie es den Forderungen von ProFans entspricht. „Positiv zu erwähnen ist auch, dass die Bekanntgabe der Spielansetzung zuletzt sehr viel früher erfolgte als in der Vergangenheit. Eine langfristige Planung der Auswärtsfahrten ist somit auch bei schwierigeren Ansetzungen eher möglich“, sagt Jakob Falk, Sprecher von ProFans.

Diese beiden Punkte wären eigentlich ein Grund zur Freude, wenn sie nicht durch weiterhin nicht hinnehmbare Spieltagsansetzungen vor allem in Liga 2 und 3 überschattet werden würden. „Uns ist auch klar, dass die derzeitig verbesserte Situation eine Momentaufnahme sein kann. Allein durch die festgesetzten Anstoßzeiten von Freitag bis Montag, werden zwangsläufig wieder unmögliche Ansetzungen auf uns zukommen“, sagt Gloria Holborn von ProFans.

Daher wird ProFans auch in der Rückrunde weiter das „SAM“ verleihen, um das Thema unablässig in der Öffentlichkeit anzusprechen. ProFans-Sprecher Alex Schulz: „Wir werden auch im kommenden Jahr beim Thema Anstoßzeiten am Ball bleiben. Wir haben in dieser Hinrunde erlebt, dass die Sache viele Fans sehr belastet und dass wieder neues Leben in den Protest gekommen ist. Als Einzelkämpfer können wir vermutlich wenig ausrichten. Uns ist bewusst, dass das Interesse der Fußballvereine bei den Verbänden mehr Gewicht hat. Daher sollten die Fans des Landes alles versuchen, um ihre Vereine aktiv mit ins Boot zu holen. In einigen Fällen hat das schon sehr gut geklappt und die Erfolge wurden öffentlich bekannt.“

ProFans ruft daher die künftigen Preisträger des SAM, sowohl die Fanszenen, als auch die Vereine, dazu auf, den bisherigen Gewinnern zu folgen, auf die Forderungen von fanfreundlichen Anstoßzeiten öffentlich zu reagieren und somit den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen.

Das Bündnis ProFans fordert von der DFL öffentliche Erklärungen für das Zustandekommen der nachfolgenden fanunfreundlichen Ansetzungen für den Monat Dezember 2014. Wir Fußballfans sind nicht länger gewillt, solche Ansetzungen einfach so hinzunehmen.

ProFans, im Dezember 2014