Archiv für November 2014

Veranstaltungshinweis

Samstag, 29.11.2014, 19:00

Infoveranstaltung zum Thema:

Wie umgehen mit rechten Provokationen in Kneipen?
Was kann gegen rechtsoffene Fans und Nazis im BSC Stadion getan werden?

vor dem Konzert von Macky Messer

Im Bla, Bornheimer Str. 20-22.

Antifa Bonn/Rhein-Sieg

Schauen statt lesen

Nach der sicherlich anstrengenden Textlastigkeit der letzten Beiträge hier gibt es jetzt endlich mal wieder nur etwas zu schauen.

Neu: Zeckenbiss online

Nach wie vor gehören wir zu den Verfechter*innen des DIY und lieben Fanzines, Gruppenhefte, Ultràzines und Spieltagsflyer aus Papier. Seit 2010 ist es uns gelungen, neben einer Nullnummer und einer Jubiläumsedition immerhin 10 reguläre Ausgaben unseres eigenen Heftes „Zeckenbiss“ herauszubringen. Um regelmäßig ein Heft machen zu können, braucht es aber mehr als Ideen oder Absichtsbekundungen, es braucht einen zuverlässigen Fluss an Texten. Solange dies nicht gegeben ist, werden wir die wenigen Texte, die uns erreichen, hier veröffentlichen und auch immer mal wieder einen älteren Zeckenbiss-Artikel online stellen.

Anlässlich des Events am kommenden Sonntag machen wir den Anfang mit unserem Red Bull Leipzig-Text aus ZB 10.

Veranstaltungshinweis

Mobilisierungsveranstaltung zu Remagen und Diskussion zu Fußball und Rassismus

20. November um 20 Uhr im Musik-Café Limes, Bonn

Am 22. November wollen zum mittlerweile sechsten Mal in Folge Neonazis aus ganz Deutschland in Remagen aufmarschieren. Das antifaschistische Bündnis „NS-Verherrlichung Stoppen!“ ruft am 22. November zu einer überregionalen, antifaschistischen Demonstration auf: Naziaufmärsche und NS-Verherrlichung stoppen!

Eine Informationsveranstaltung gegen die Nazidemo in Remagen und gegen Opfermythen! Aufruf und weitere Infos auf der Web-Seite von „NS-Verherrlichung Stoppen!“.

Gemeinsame Abfahrt aus Bonn: 09.45 Uhr Hauptbahnhof, Gleis 1

Danach laden wir ein zur Diskussion über Fußball und Rassismus, zu rechtsoffenen Fans und Nazis im Stadion, zum Nicht-Verhalten des Bonner SC und über antifaschistische und antirassistische Strategien im Umfeld des Fußballs.

(Hervorhebung und Korrektur der Rechtschreibung durch Admin; Text und Grafik von hier.)

ProFans-Pressemitteilung zu HoGeSa

ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!

Pressemitteilung – 14. November 2014

HoGeSa hat nichts mit der Fankultur zu tun, für die wir stehen!

Das Bündnis ProFans setzt sich seit seiner Gründung für bunte und starke Fankurven ein. Bei allen Unterschieden zwischen den organisierten Gruppen steht ProFans immer für einen antirassistischen Grundkonsens. An vielen Standorten konnte in den letzten Monaten und Jahren ein Erstarken rechtsextremer Strömungen festgestellt werden. Unserem Eindruck nach ist das vielfach ignoriert worden, stattdessen standen Ultras im Fokus sicherheitspolitischer Profilierungsbestrebungen. Dabei war und ist eine starke Ultras-Kultur an vielen Orten ein deutlich wirksameres Mittel gegen eine solche Entwicklung, als es ein von außen kommender aufgesetzter Aktionismus sein kann.

Unter dem Deckmantel von Demonstrationen gegen religiösen Extremismus versuchen rechtsextreme Gruppen und Organisationen mit dem Slogan „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) in die Mitte der Fankurven und der Gesellschaft zu rücken. Dabei bedienen sie sich der Popularität des Fußballs. Besonders bemerkenswert ist das deswegen, weil eine Vielzahl der beteiligten Akteure bis dato immer eine vermeintlich unpolitische Haltung für sich propagierte, um ihre rechtsextremen Einstellungen zu verschleiern. Diese Heuchelei sollte spätestens jetzt auch dem Letzten auffallen.

„HoGeSa“ bedient sich des Leitmotivs „Getrennt in den Farben – in der Sache vereint“, das seit vielen Jahren von organisierten Fans, so auch von ProFans, verwendet wird, die sich für ihre Rechte einsetzen. Dabei haben wir mehr als einmal deutlich gemacht, dass in unserer Fankultur für Rassismus kein Platz ist.

„HoGeSa geht es nur darum, gesellschaftsfähig zu wirken“, stellt ProFans-Sprecher Alex Schulz fest. „Es ist jedoch wichtig die wahren Absichten zu erkennen, und diese haben sich in Köln, Dortmund und Essen deutlich gezeigt. Über den ganzen Demozug hinweg waren eindeutig rassistische und nationalistische Parolen zu vernehmen.“ Die hohe Zahl an Teilnehmern in Köln überraschte auch ProFans, zeigt aber sehr deutlich die Gefahr aus dieser Ecke. Viele der Teilnehmer waren dabei nicht eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnen, ließen sich jedoch durch ein aktuelles Thema, das viele Menschen ängstigt, für einen solchen Aufmarsch gewinnen und störten sich dann auch nicht an klar rechtspopulistischen Parolen.

ProFans verweist deutlich auf das eigene Selbstverständnis: „Rassismus und jede Form von Diskriminierung haben im Alltag wie auch im Stadion für uns keinen Platz! Es sollte für jeden Fan selbstverständlich sein, sich von rechtsextremen Tendenzen zu distanzieren und besser noch dagegen zu engagieren“, betont Jakob Falk, ebenfalls Sprecher von ProFans. Die Fanorganisation befürchtet durch die unreflektierte Verknüpfung von Fußball mit den Vorkommnissen in Köln, dass Fußballfans erneut pauschal vorverurteilt werden. „Wir hoffen, dass durch die aktuellen Vorfälle ein Umdenken stattfindet und antirassistisch engagierte Fans und Fangruppen endlich den Rücken gestärkt bekommen. Außerdem appellieren wir an alle Fans wachsam zu bleiben. Rechtsextreme und diskriminierende Strömungen dürfen keine Chance haben, sich in den Fankurven breit zu machen“, erläutert Alex Schulz die Forderung von ProFans.

ProFans , im November 2014

Demo-Aufruf

Im Folgenden dokumentieren wir einen Aufruf aus Hannover:

Aufruf

Gruppen die den Aufruf unterstützen wollen, können sich unter 15N-Hannover@gmx.de melden

Gemeinsam gegen Rassismus und religiösen Fundamentalismus

Am 26. Oktober fand in Köln ein Aufmarsch der Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) statt. Unter diesem Motto rotteten sich rund 5.000 männerbündische Hooligans und Nazis zusammen, um gegen Muslime und Migrant_innen zu hetzen. Währenddessen gab es rassistisch motivierte Gewalt gegen Anwohner_innen, Antifaschist_innen und Pressevertreter_innen. Es war der größte rechte Aufmarsch in Westdeutschland in den letzten Jahren. Während Medien und Offizielle sich noch über das Gewaltpotenzial wundern und sich fragen, wie es dazu kommen konnte, dass untereinander „verfeindete“ im Selbstverständnis „unpolitische“ Hooligans, zusammen mit Neonazis demonstrieren, wurde für den 15. November bereits der nächste Aufmarsch in Hannover angekündigt.

Unter dem Motto „Europa gegen den Terror des Islamismus“ wollen Rassist_innen für ihre europäische Leitkultur auf die Straße gehen. Denn es ist nicht etwa der Krieg der faschistischen Gotteskrieger des Islamischen Staat (IS) im Irak und Syrien, der sie zu Protesten anstachelt. Es ist die herbeifantasierte „Überfremdung“ Europas durch Menschen islamischen Glaubens. Der Krieg im nahen Osten ist für sie nur der Aufhänger, um bürgerliche Nationalist_innen und Stammtischrassist_innen unter ihrem Banner versammeln zu können. Denn die Angst vor „Überfremdung“ eint all jene, die ihre Zusammengehörigkeit über Blut und Boden definieren und mit angeblich gemeinsamen Werten in Verbindung bringen. Die Nazis und Hooligans nutzen Rassismus und die direkte Gewalt gegen ihre erklärten Feinde, als Ausdruck ihres Machtwillens.

Ähnliche Veranstaltungen für Berlin und Hamburg wurden in den vergangenen Tagen an- und dann wieder abgemeldet. Jetzt wollen die Rassist_innen in Hannover auf die Straße gehen.

Wir sagen: In Hannover lauft ihr auch keinen Meter! Wir haben keinen Bock auf Rassismus! Genauso, wie wir den Feldzug und die Ideologie des IS zum Kotzen finden! Wir rufen deshalb dazu auf, am 15. November gemeinsam gegen Rassismus und religiösen Fundamentalismus in Hannover auf die Straße zu gehen!

Samstag, 15. November
10 Uhr, Steintor, Hannover

Infos und mehr.