Refugees Welcome!

Anlässe wie die Geflüchteten-Katastrophe vor Lampedusa finden kurzzeitig Platz in den Medien und bewegen Politiker_innen zu Äußerungen, die angesichts jahrelanger Abschottungspolitik und Organisationen wie Frontex nur zynisch wirken. Zudem verdecken sie Engagement, das nach kurzer medialer Aufmerksamkeit in der Regel still und leise hinter den Kulissen stattfinden muss. Umso mehr begrüßen wir, dass sich die Initiative rund um die St. Pauli-Kirche jetzt die Möglichkeiten der sozialen Medien zu Nutze macht und dokumentieren gerne das „St. Pauli- Manifest“:

wir sind mehr

Wir sind Bewohner/innen von St.Pauli und wir sind Menschen, die St.Pauli gut oder wichtig finden.

Wir finden St.Pauli, dessen beste Seite seine Vielfalt und die Verbindung zwischen den Vielfältigen ist, seine Solidarität, seine gelebte Mitmenschlichkeit, auf seine Weise vorbildlich. Das wollen wir auch sein. Deshalb erklären wir:

Egal, ob wir hier leben wollen oder ob wir hier leben müssen, egal, ob wir hier arbeiten oder hier nach Arbeit suchen, egal, ob wir diesen Platz nur ertragen oder ob wir ihn lieben – wir alle wissen was wir an St.Pauli haben.

Viele von uns haben hier gelernt, dass gutes Leben nur mit offenen Armen, offenen Augen und offenen Herzen und nur bei geteilter Macht funktionieren kann. Viele haben hier zum ersten Mal begriffen, dass Unterschiedlichkeit ein Lebenselixier ist und kein Grund, um Angst zu haben. Viele von uns haben hier verstanden, dass es hilft, die Dinge direkt und klar zu sagen, von ganz leise bis ganz laut oder mit Händen und Füßen. Wir alle wissen deshalb – miteinander umgehen ist der Anfang von miteinander leben. Genau das wollen wir.

Wir wollen Menschen, die aus unmenschlichen, unsicheren und unsatten Verhältnissen geflohen sind, um in Europa oft wieder unmenschlich und unsicher behandelt zu werden, mit unseren Möglichkeiten willkommen heißen, respektvoll behandeln und beschützen, wenn sie es wollen. Wir wollen sie in unserer Mitte haben, bis sie aus eigenem Wollen eine eigene oder andere Mitte gewählt haben. Wir wollen dabei aushalten, dass unterschiedliche Auffassungen normal sind, auch unter den Flüchtenden und auch unter uns.

Wir haben in und um die Kirche St.Pauli ein Zeichen gesetzt. Weil wir es wollen, weil wir es können, weil wir es müssen. Ein Zeichen des Friedens, ein Zeichen der Liebe, ein Zeichen der Zukunft.

Wir sind dabei zuversichtlich, dass das, was wir können, jeder andere Stadtteil in Hamburg oder sonst wo in diesem Land auch kann und können sollte. Wir wollen ein Beispiel sein, ein Beispiel von vielen. Jede/r kann dem folgen.

Informieren und unterschreiben
Refugees Welcome
Refugees Welcome Bonn
Bild von hier = Demoaufruf Rostock 19.10.