Archiv für April 2013

Polizeiüberfall auf Fans des Partisan-MTZ

Dass es gefährlich sein kann, aktiver Fußballfan bzw. Ultrà zu sein, wissen wir aus eigener Erfahrung. Und ebenso wissen wir nur zu gut, dass die meisten Verletzungen im Zusammenhang mit Fußball eben nicht Folge von Pyro oder Auseinandersetzungen mit anderen Fangruppen sind, sondern durch Auftreten und Übergriffe der Polizei geschehen.

In Weißrussland wurden Fans des Partisan-MTZ jetzt Opfer eines Überfalls einer polizeilichen Sondereinheit:

OMON überfällt Partizan-MTZ Fans

Am folgenden Samstag, am 4. Mai 2013, beginnt die neue Saison der 2. Belorussischen Liga. Das erste mal wird auch ein selbstverwalteter Klub mit dabei sein. Partizan Minsk präsentiert sich nur ein Jahr nach der Wiedergründung durch die Fans landesweit am ersten Spieltag zu Hause gegen das Team von FK Neman (Mosty). Hinzu kommt, daß mit den Minsker Traktorenwerken ein starker Kooperationspartner gewonnen werden konnte. Sichtbar wird diese Zusammenarbeit auch im Namen des Klubs sein. Denn der selbstorganisierte Verein tritt als Partizan-MTZ in der neuen Saison an. Es läuft also eigentlich ganz gut. Es gibt neue Partner, eine neue Liga wartet und auch die Fans blicken enthusiastisch in die Zukunft. Wenn da nicht die uniformierten Hooligans von der Mobilen Sondereinheit wären, die paramilitärisch organisieren OMON-Beamt*innen. weiter lesen

KOMM INS STADION !

Hier gefunden.

ESSO-HÄUSER BLEIBEN !!!

Die Häuser und der Stadtteil denen, die drin leben!
Die Bayerische Hausbau hat die Häuser 2009 gekauft und nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie die Häuser abreißen will. Das durch die Neubebaung kein günstiger Wohnraum entsteht ist wohl nicht überraschend. Doch die Rechnung haben sie erstmal ohne die Menschen vor Ort gemacht! Bis jetzt konnte der Abriss der Häuser verhindert werden und das soll auch so bleiben!
Zur Zeit wird ein Gutachten über den Zustand der Häuser erstellt und die nächsten Monate werden die entscheidenden sein!
Der Konflikt um die ESSO-Häuser betrifft aber nicht nur die MieterInnen der Häuser, er betrifft den ganzen Stadtteil.
Deswegen haben sich neben der Initiative ESSO-Häuser verschiedene Stadtteilinitiativen und Gruppen aus der St. Pauli-Fanszene dazu
entschieden, für den 28.4. (nach dem Fußballspiel gegen Hertha) eine Demonstration vom Südkurvenvorplatz zu den ESSO-Häusern zu machen.
Haltet Euch den Termin frei! Der Diffidati-Marsch entfällt zugunsten der Demo.
United we stand – divided we fall … die ESSO-Häuser brauchen Dich!

Text & Grafik: USP

DEMOAUFRUF: HIER , HIER & HIER !!!

Fotos

Fotos vom Heimsieg gegen TSV 1860 München sind online.

Spruchbanderklärung FCSP – TSV 1860 München

RASSISTISCHER SKB, GEH ENDLICH DISTELN KNABBERN !

Zum Hintergrund hier und hier.

IM ZUSAMMENHANG MIT DEM BANNERKLAU WAREN POLIZEILICHE MAßNAHMEN NICHT ZULÄSSIG. WTF?

Zum Hintergrund hier, siehe auch die Stellungnahme der AGiM eine Etage tiefer.

Fotos mit herzlichem Dank an KleinerTod

Stellungnahme der „AGiM“ zum Abschlußbericht Schweinske Cup 2012


Stellungnahme zum Abschlussbericht des ÖASS


Am 2. April 2013 veröffentlichte eine Arbeitsgruppe des Örtlichen Ausschusses Sport und Sicherheit (ÖASS) ihren „Abschlussbericht zur Aufarbeitung der Geschehnisse rund um den Schweinske-Cup 2012“. Entgegen seiner Bezeichnung trägt dieser Bericht jedoch nur wenig zu einer tatsächlichen und umfassenden Aufarbeitung bei.

So wird bereits in den Vorbemerkungen eine Bewertung polizeilichen Einsatzverhaltens ausgeschlossen, angesichts der deutlichen Vorwürfe an die Polizei, welche sich aus dem bereits im Mai 2012 vorgelegten Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission unter Führung von Prof. Dr. Thomas Feltes ergeben, ein höchst fragwürdiger Ansatz. Sämtliche bei der Vorstellung des „Feltes-Berichtes“ durch den Ständigen Fanausschuss formulierten Fragen bleiben im Bericht der Arbeitsgruppe unbeantwortet.

Stattdessen finden sich im Bericht widersprüchliche Aussagen. Beispielsweise moniert die Polizei die zu geringe Anzahl der Ordner, an anderer Stelle wird beschrieben, dass Ordnungsdienstmitarbeiter bei einem Polizeieinsatz beim Einlass der Lübecker Zuschauer verletzt wurden und dadurch ausfielen. Polizeiliche Maßnahmen in der Halle seien hingegen nicht möglich gewesen, da es nun wiederum auch nach diesem Polizeieinsatz keine Vorfälle gegeben habe.
Geradezu grotesk ist die Aussage, nach dem Bannerklau waren „polizeiliche Maßnahmen nicht zulässig“. Dieser Bannerklau ist keineswegs nur eine Provokation und Demütigung der anderen Fangruppe, sondern auch eine Straftat. Offensichtlich sieht es die Hamburger Polizei nicht mehr als ihre Aufgabe an, vor ihren Augen begangene Straftaten zu verfolgen.

Die Beobachtung durch Polizeibeamte, dass auch sich sonst friedliche verhaltende Fans an den späteren Auseinandersetzungen mit der Polizei beteiligt waren, erklärt der Bericht ausschließlich mit einer „grundlegenden Ablehnung jeglicher Staatsgewalt“ und denunziert damit letztlich alle beteiligten Fans. Die naheliegende Erklärung, dass die Betroffenen vor allem aus Erregung über den unmittelbar zuvor erlebten massiven und völlig überzogenen Polizeieinsatz, insbesondere den exzessiven Einsatz von Pfefferspray in einem geschlossenen Raum, gehandelt haben mögen, wurde offenbar nicht in Betracht gezogen.

Zum Ende des Abschlussberichtes wird die Notwendigkeit einer Annäherung der an Konflikten beteiligten Akteure betont. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass zwar Vertreter von Vereinen, Politik und Polizei gemeinsam beraten haben, Vertreter der Fanszene aber – wie leider nach wie vor üblich – ausgeschlossen waren.

Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass die Hamburger Polizei offenbar nach wie vor nicht an einer kritischen und ergebnisoffenen Aufarbeitung der Vorkommnisse beim Schweinske-Cup 2012 interessiert ist. Der abschließende Appell aller Teilnehmer der AG und damit auch der Polizei selbst, „die notwendige Offenheit für positive Veränderungen aufzubringen“, entbehrt damit zumindest nicht einer gewissen Komik. Hierzu sei angemerkt, dass Vertreter des FC St. Pauli nach den Ereignissen mehrfach auch Fehlverhalten der eigenen Anhänger eingeräumt haben.

Mit diesem enttäuschenden Ergebnis des Abschlussberichtes liegt der Ball nun wieder bei Innensenator Michael Neumann und seiner Ankündigung, für eine Aufklärung der Vorkommnisse und insbesondere der gegen die Polizei erhobenen Vorwürfe zu sorgen. Der Bericht der AG des ÖASS ist hierfür in keiner Weise geeignet.

Arbeitsgemeinschaft interessierter Mitglieder (AGiM), 17.04.2013

Quelle: St. Pauli Fanforum

Lesen und Schauen

Frisch eingetroffen: die Tourberichte zum Heimspiel gegen Paderborn sowie zum Gastspiel in Dresden, dazu Foto-Updates hier und hier.

Stellungnahme: Für einen Fußball ohne Rassismus!

Wir dokumentieren hiermit eine

    Stellungnahme zu den Vorkommnissen vor dem Spiel 1. FC Union Berlin und FC Sankt Pauli

Am 15. März 2013 besuchten Fans des weissrussischen Vereins Partizan Minsk das Spiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem FC Sankt Pauli in der Alten Försterei. Es war der erste Abend einer deutschlandweiten Freundschafts- und Solidaritätstour für Partizan Minsk, die von Fangruppen aus Berlin, Hamburg, Babelsberg und Leipzig organisiert wurde. Nur wenige Stunden zuvor sind die Gäste aus der weissrussischen Hauptstadt in Berlin eingetroffen. Union Berlin stellte freundlicherweise den Gästen aus Minsk ein beträchtliches Kontingent Freitickets zur Verfügung, um den Fans mit dem Besuch eines Spitzenspiels der 2. Bundesliga einen schönen Auftakt zu ermöglichen. Die Freude sowohl bei uns als auch bei den Gästen war groß. Schließlich wollten wir gemeinsam vor einer beeindruckenden Kulisse einen schönen Fußballabend verbringen. Doch es kam anders.

Auf dem Weg zum Stadion unterhielten sich die BerlinerInnen freundlich mit den Gästen aus Hamburg und aus Minsk. Eine Fan-Trennung oder Begleitung der Fan-Gruppen durch SicherheitsbeamtInnen fand bis zur Ankunft am S-Bahnhof Köpenick nicht statt und war auch nicht notwendig. Die Gäste waren aufgrund der entspannten Stimmung und trotz der langen Anreise voller Vorfreude auf das bevorstehende Stadionerlebnis. Dies änderte sich erst, als die Gäste und einige OrganisatorInnen der Freundschafts- und Solidaritätstour in der Nähe des Stadions Alte Försterei ankamen.

Die bis zu diesem Zeitpunkt große Gruppe, die ungefähr ab der Hälfte des Weges zum Stadion von einigen wenigen SicherheitsbeamtInnen sowie sogenannten szenekundigen BeamtInnen ohne besondere Vorkommnisse begleitet wurde, zerstreute sich. Einige begrüßten FreundInnen, unterhielten sich oder kauften Kleinigkeiten in der Tankstelle. Eine etwas größere Gruppe wartete an der Seite auf FreundInnen, die gerade auf der Toilette waren, und unterhielt sich mit Fans aus Hamburg. Zügigen Schrittes näherte sich eine Person, die, wie sich später herausstellte, ein sogenannter szenekundiger Beamter war. In schroffem Ton unterbrach die Person die Unterhaltung und fragte, wer die anwesenden anderen Menschen seien und woher sie kämen. Da die Angesprochenen sich selbst gerade kennenlernten und die schroffe Anrede völlig willkürlich sowie ohne Begründung kam, blieb die Frage unbeantwortet.

Was nun folgte, kann nur als rassistische Kontrolle und Isolierung der Gäste aus Minsk sowie als Provokation und willkürliche Repression durch die SicherheitsbeamtInnen und vor allem durch die sogenannten szenekundigen BeamtInnen bezeichnet werden. Ohne sich weiter zu erklären oder auch nur die Antwort abzuwarten rief einer der BeamtInnen in zivil Kräfte der Bereitschaftspolizei. Des Weiteren erklärte er, ebenfalls in schroffem Ton, dass nun eine polizeiliche Maßnahme durchgeführt werde. In Richtung vermittelnder Personen, zum Beispiel OrganisatorInnen der Freundschafts- und Solidaritätstour, erklärte ein Beamter in zivil, dass alle Anwesenden auf ihren Aufenthaltsstatus überprüft werden und bei Zuwiderhandlungen die Verbringung in Gewahrsam sowie eine komplette Identifikationsbehandlung inklusive Erfassung von Fingerabdrücken drohe. Außerdem wurden die Gäste aus Minsk als vermeintlich nicht-deutsche StaatsbürgerInnen durch die eintreffenden Einsatzkräfte von den Sankt-Pauli-Fans isoliert und eingekesselt. Die Gäste, die bis zu diesem Zeitpunkt lediglich eine anstrengende Busreise nach Berlin, aber eine sehr entspannte Anreise zum Stadion hatten, waren angesichts dieser Kriminalisierung und rassistischen Isolierung völlig verunsichert und fühlten sich an die Verhältnisse in Weißrussland erinnert. Die Staatsgewalt geht unter dem totalitären Regime von Alexander Lukaschenko ähnlich willkürlich und aggressiv mit Menschen um. Deshalb war dieses Vorgehen besonders für die die Gäste erschreckend.

Um die Situation zu entschärfen und deeskalierend zu wirken, informierten VertreterInnen des Fanladen Sankt Pauli sowie der OrganisatInnen der Tour die Gäste, darüber, was gerade passierte, und versuchten zu vermitteln. Außerdem wurden die SicherheitsbeamtInnen informiert, dass die Gäste aus Minsk Freikarten hätten, die sie als Geschenk direkt von Union Berlin erhalten hatten. Der Pressesprecher Christian Albert höchstpersönlich hatte die Karten einem Mitglied des Organisationsbündnisses übergeben. Weder die sogenannten szenekundigen BeamtInnen noch die Einsatzleitung interessierten diese Karten oder die Einladung von Union Berlin. Vielmehr wurde weiterhin auf der rassistischen Überprüfung bestanden, indem behauptet wurde, dass die isolierten Gäste aus Minsk illegale EinwandererInnen sein könnten, die überprüft werden müssten.

Trotz dieser offensichtlichen rassistischen Zuschreibung, alle nicht-deutschen Fans müssten automatisch „illegale“ EinwandererInnen sein, versuchten Fans des FC Sankt Pauli, VertreterInnen des Fanladen Sankt Pauli sowie der OrganisatInnen der Tour weiter deeskalierend zu vermitteln und die Situation aufzulösen. Die Einsatzkräfte ignorierten diese Versuche und isolierten die weitgereisten Gäste weiterhin. Außerdem wurden Menschen, die sich mit den Gästen unterhalten und ihnen die Situation erklären wollten, aggressiv angesprochen, grundlos zur Seite geschubst oder gar umgerissen und festgenommen. Die Selektion zwischen vermeintlich nicht-deutschen Menschen und deutschen StaatbürgerInnen war somit umfassend und wurde mit Gewalt durchgesetzt. Die Festnahmen vermittelnder Menschen resultiert somit einzig und allein aus dem rassistischen Verhalten der SicherheitsbeamtInnen im Allgemeinen sowie dem schroffen und aggressiven Auftreten der sogenannten szenekundigen BeamtInnen im Besonderen.

Die rassistische Isolierung und Selektion der Gäste aus Minsk, die Bedrohung durch SicherheitsbeamtInnen sowie die Gewalt gegen vermittelnde Menschen beweist erneut, dass sowohl die rund um Fußballspiele eingesetzen sogenannten szenekundigen BeamtInnen als auch die Einsatzkräfte willkürlich und unberechenbar agieren. Da selbst auf Vermittlungsversuche durch die OrganisatorInnen der Freundschafts- und Solidaritätstour und das Fanprojekt Sankt Pauli nicht reagiert wurde sowie die zahlreichen Hinweise ignoriert wurden, gehen wir davon aus, dass Festnahmen von Fans erwünscht war. Dies bestärkt uns weiter in unserer Ansicht gegenüber SicherheitsbeamtInnen in zivil und in Uniform, keinerlei Auskunft zu geben, da Deeskalationsversuche durch fannahe Personen und Institutionen übergangen werden und es trotz Vermittlungsversuchen zu Übergriffen auf Fans und Gäste kommen kann.

Wir wollen uns und unseren internationalen Gästen einen leidenschaftlichen und unvergessenen Spieltag jenseits rassistischer Kontrollen, willkürlicher Isolierung, Bedrohung mit Gewahrsam und polizeilichen Übergriffen ermöglichen.

Deshalb fordern wir die Hamburger und Berliner Polizei auf, Rassismus und Gewalt in den eigenen Reihen entschieden zu bekämpfen! Schluss mit rassistischen und willkürlichen Kontrollen rund um den Spieltag! Des Weiteren fordern wir die sogenannten szenekundigen BeamtInnen auf, jegliche Kriminalisierung von Fans, Bedrohung und Provokation zu unterlassen. Außerdem fordern wir die Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit den Festnahmen am 15. März 2013 sofort einzustellen und disziplinarische Maßnahmen gegen die rassistischen SicherheitsbeamtInnen und die sogenannten szenekundigen BeamtInnen einzuleiten!

Für einen Fußball ohne Rassismus!

Aktive Fans des FC Sankt Pauli und SV Babelsberg 03

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Foto: USP