Archiv für Dezember 2012

You can get it, if you really want!

Wir wünschen euch ein erfolgreiches und repressionsfreies neues Jahr!
Mit Vereinsleitungen, die im Sinne ihrer akiven Fans handeln und Fanszenen, die, um mehr Stoßkraft zu erlangen, auch mal über den Tellerrand schauen.

Macht das Beste draus!

Winterpause, Weihnachten und Jahreswechsel bringen einen – ob man will oder nicht – zum Nachdenken. Da wird Bilanz gezogen, werden gute Vorsätze gefasst und Pläne gemacht. Wir gehen eher mit Fragen und Unsicherheit ins nächste Jahr und hoffen, dass sich die Fanszenen im Kampf gegen neue und alte Repressionen nicht aufreiben und vor allen Dingen in Fragen angemessener Protestformen nicht spalten lassen.

Genießt die freien Tage, nutzt die spielfreie Zeit und wir sehen uns spätestens zum nächsten Heimspiel!

Die letzten 4 Spiele

Die Berichte zu Braunschweig auswärts, Heim gegen Kaiserslautern, Heim gegen Wismut Aue und Ingolstadt auswärts sind online, ebenso ein paar Fotos.

It’s the end …

… of the World as we know it. Aber wir fühlen uns nicht gut.
Die Stimmungen bewegen sich zwischen Traurigkeit, dem Wunsch nach Rückzug und Perspektivlosigkeit bis hin zu den Anfängen einer Depression.
Das kann es aber doch nicht gewesen sein. Nachgeben, einknicken, Lebensinhalt aufgeben oder es jetzt erst recht krachen lassen? Eine wirkliche Wahl lässt man uns nicht. Zusammenhalt und Widerstand sind wichtiger denn je um dem Kontrollwahn etwas entgegenzusetzen.

Grenzverletzung

Letzten Samstag, gegen halb 11 vorm Fanladen St. Pauli in der Brigittenstraße: ein Mann um die 40 spricht eines unserer Gruppenmitglieder an, duzt es und will alleine mit ihm sprechen. Da der Mann als Zivilbeamter („Ziegenbart“) erkannt wird, lehnt unser Mitglied die Aufforderung ab. Der Zivilpolizist weist darauf hin, dass man die Angelegenheit unauffällig regeln könne, wenn unser Mitglied mit ihm alleine reden würde. Oder „auf die harte Tour“. Er könne unser Mitglied „auch raus ziehen lassen“. Nach Intervention des Fanbeauftragten zieht sich der Zivilpolizist zu einem Pkw zurück. Nachdem der Fanbeaufragte vom PK 16 telefonisch unterrichtet wurde, dass es bei der Angelegenheit um eine Personalienfeststellung geht, die notfalls auch mit Hilfe mehrerer Polizeikräfte durchgeführt werden könne, verlassen wir die Brigittenstraße um einen Polizeiauftritt am Fanladen zu vermeiden. In einem Restaurant gelingt „Ziegenbart“ und seiner Kollegin schließlich mit Hilfe zweier uniformierter Beamter die Personalienfeststellung.

Wir werten diesen Vorgang als Grenzverletzung verbunden mit Einschüchterung. Außerdem fragen wir uns, warum sich der Zivilbeamte nicht von vornherein ausgewiesen und sein Anliegen zur Sprache gebracht hat, zumal er von unserer Seite aus aufgefordert worden war zu sagen, was Sache sei.
Es drängt sich der Verdacht auf, „Ziegenbart“ wollte unser Gruppenmitglied isolieren um auf diesem Weg zu versuchen an weitere Infos zu gelangen.
Die Art und Weise seines Auftretens war dazu geeignet Menschen mit weniger Erfahrung oder Selbstwertgefühl einzuschüchtern.

Wesentlich negativer sehen wir allerdings die Grenzverletzung.

Der Fanladen St. Pauli stellt einen geschützten und vor allen Dingen repressionsfreien Raum für Fußballfans dar. Durch niedrigschwellige Angebote der dortigen Sozialpädagog_innen gelingt es, Jugendliche sowie mehr oder weniger junge Menschen anzusprechen, die oft kein Vertrauen in gängige (sozial-)pädagogische Angebote haben. Wenn sich nun dort Zivilpolizei herumtreibt und versucht Leute anzuquatschen, ist das entweder die Einzelaktion eines Profilneurotikers oder muss als gezielter Störversuch am Projekt „Fanladen St. Pauli“ gewertet werden.

Im Hinblick auf den bevorstehenden Umzug des Fanladen in die neue Gegengerade sowie die Diskussionen um eine Polizeiwache ebenda ist dieser Vorfall ein weiteres Argument für eine externe Wache.

Sankt Pauli Mafia