Archiv für Oktober 2012

Scheitern und Verstehen …

… würde als Motto auch gut zum Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern passen – wobei, wenn wir ehrlich sind, passt in dem Fall nur das „Scheitern“, denn mit „Verstehen“ haben diese Organe nur den ersten Buchstaben gemeinsam.

Die Ankündigung des neuen Albums von Feine Sahne Fischfilet, das die Band bei Audiolith herausbringt, haben wir zum Anlass für ein paar Fragen zu Musik, Fußball und Politik genommen:

Artikel in der TAZ, Erwähnung bei Spiegel Online – habt ihr schon überlegt euch beim VS für die kostenlose Publicity zu bedanken? Oder seht ihr auch negative Begleiterscheinungen?

Klar. Bedanken werden wir uns bestimmt nochmal. Aber grad sind wir sehr im Stress wegen dem neuen Album. Also alles zu seiner Zeit.
Negative Begleiterscheinungen wird es bestimmt auch noch geben. Gerade ist die ganze Story jedoch erst 2 Wochen alt und so können wir dazu noch nicht so viel sagen.

Wie kommt es, dass ihr bei Audiolith seid, einem Label, das in erster Linie im Zusammenhang mit elektronischer Musik wahrgenommen wird?

Die abgefuckte Typen. Wir abgefuckte Typen. Passt! Ich glaub denen ist es auch eigentlich komplett egal, was ihre Bands für Mucke machen, Hauptsache sie finden die Leute menschlich cool. Das ist bei uns wohl gegeben und so kams halt, dass wir nun beim Label mit dem Knebelvertrag sind.

Gehen wir mal davon aus, dass es so etwas wie den oder die typische_n Audiolith-Hörer_in gibt: wie beschreibt ihr eure Musik gegenüber jemandem, der oder die euch nicht kennt?

Genau wie bei Leuten die uns kennen. Wir machen Punk mit Trompete und sind gerne experimentierfreudig. So gibt es auf unserem neuen Album bspw. einen Song mit einem Cello. Ich denke es ist cool, dass wir flexibel sind und bspw. nicht wie sonne erbärmliche 08/15 Ska Punk Band wirken.

Ihr tretet ganz offen als aktive Antifaschisten auf und bringt euer neues Album am 3. November in Demmin im Rahmen eines Antifaschistischen Aktionstags heraus – klingt so, als gäbe es für euch keine Trennung zwischen Musik und Politik, oder ist eines davon für euch doch wichtiger als das andere?

Es gibt da bei uns keine Trennung. Wir sind Antifaschisten, die Mucke machen. Wir interessieren uns für Politik und setzen uns mit den verschiedensten Themen auseinander. Jedoch ist uns genauso wichtig, dass wir auch musikalisch nicht backen bleiben, sondern uns weiter entwickeln und merken, dass dort immer noch mehr geht. Da wir noch keine/n GhostwriterIn haben, ist es auch so, dass ein Teil unserer Texte halt weiterhin politisch ist, da wir in diesen Songs halt unsere Erlebnisse und Standpunkte verarbeiten.

Den Wirbel um das DFL-Papier zum „Sicheren Stadionerlebnis“ habt ihr bestimmt auch mitbekommen. Euer Kommentar dazu?

Geil dass es Vereine gibt, die da nicht so einfach mit dem Mainstream gehen und wenn wir es richtig mitbekommen haben, haben sich mit der Zeit nun auch schon ein paar andere Vereine Union Berlin angeschlossen. Sowas wäre auch mal eine gute Aktion von der Führungsetage des FC Hansa Rostock. Soweit ich das Ganze jedoch grad überblicken kann, sind bei Hansa zur Zeit größtenteils einfach viele Idioten am Werk, die den Verein nur als eine Art wirtschaftliches Unternehmen sehen.

Abschließend nochmal zur Musik: werdet ihr jetzt elektronischer? ;-)

Unser Album kommt am 9.11 in den Handel. Nennt unsere Mucke Elektro,Schlager oder Hip Hop. Hauptsache ihr kauft sie und macht uns reich. Wir geben nämlich nämlich langsam die Hoffnung auf, dass wir die SKL Sofortrente gewinnen und setzen deshalb unsere ganze Hoffnung in diese Scheibe. Nennt uns wie ihr wollt. Wir sind Alles und Nichts.

Das vollständige Interview plus Konzertbericht vom 10.11. in Osnabrück lest ihr im nächsten Zeckenbiss, der nach der Winterpause heraus kommt.

Um Feine Sahne Fischfilet den Lebensunterhalt zu sichern geht’s hier lang. Und hier lässt sich die Band live erleben.

Es wird kalt, zeigt Schal !

Der neue SPM „Seidenschal“ ist da !!!

Der Verkauf startet zum Heimspiel gegen Dynamo, achtet auf unsere Verkäufer am oder im Fanladen.
(zwischen ca. 10:30 – 12:00 Uhr)

Das gute Stück kostet 12 Euro !!!

Keine Reservierung ! Kein Versand !

„Und immer daran denken, Worten auch Taten folgen lassen“ ;)

Stellungnahme des Ständigen Fanausschusses

Am 17.10. fand auf Einladung des Präsidiums ein Gespräch über den von
der DFL unter dem Titel „sicheres Stadionerlebnis“ vorgelegten
Maßnahmenkatalog statt. Vertreter des Ständigen Fanausschusses waren
hierzu zunächst nicht eingeladen, dies erfolgte nachträglich nach
Intervention von Fanladen, Aufsichtsrat und AFM.

Bei diesem Gespräch haben mit Ausnahme von Präsidium und
Geschäftsführung alle Beteiligten ihre klare Ablehnung des DFL-Papiers
zum Ausdruck gebracht. Diese erfolgt jedoch keineswegs aufgrund
mangelnder empirischer Daten über Gewalt im Fußball, wie die
Stellungnahme des Präsidiums glauben machen kann, sondern aus
grundsätzlichen Erwägungen. Die geplanten Maßnahmen der DFL sind für uns
nichts anderes als eine Kriegserklärung an alle organisierten Fans in
den deutschen Fußballstadien. Dieser Meinung sind auch die offiziellen
Fanclubs des FC St. Pauli, die sich auf ihrer jährlichen
Delegiertenversammlung am 06.10. ebenfalls einstimmig gegen das
DFL-Papier ausgesprochen haben.

Eine hervorragende inhaltliche Begründung findet sich in der Erklärung
von Union Berlin zum Thema, auf welche wir an dieser Stelle verweisen
und die wir uns in ähnlicher Form auch vom FC St. Pauli erhofft haben.
Hierfür liegen aber offenbar die Ansichten von Präsidium und
organisierter Fanszene zu weit auseinander.

Das Angebot aller am Treffen beteiligten Gremien, mit dem Präsidium
gemeinsam eine Stellungnahme abzugeben, wurde von diesem abgelehnt und
statt dessen eine nur vom Präsidium getragene Erklärung veröffentlicht.
Daher sehen wir uns gezwungen, mit einer eigenen Stellungnahme die
Tragweite der Diskussion öffentlich zu machen und unsere Position
klarzustellen.

Selbstverständlich sind wir bereit, an Gesprächen über die Zukunft des
Fußballs als Zuschauersport teilzunehmen und hierfür Konzepte mit zu
entwickeln. Solche Gespräche können aber nicht von oben verordnete
Bedingungen zur Grundlage haben, sondern müssen mit einer
Bestandsaufnahme beginnen, alle Beteiligten einbinden, auf Augenhöhe
stattfinden und ergebnisoffen sein.

Ständiger Fanausschuss

19.10.2012

Zur „Reaktion“ unseres Präsidiums sehr lesenswert.

„Sicheres Stadionerlebnis“

Nach Veröffentlichung des Papiers zur „Information und Diskussion über weitere Schritte zur Umsetzung der Ergebnisse der Sicherheitskonferenz in Berlin und der Innenministerkonferenz („Sicheres Stadionerlebnis“)“ haben wir diskutiert, ob wir uns nicht auch in Form einer inhaltlichen Auseinandersetzung dazu äußern sollen.

Aber ehrlich gesagt haben wir keine Lust, diesen Mist indirekt dadurch aufzuwerten, dass wir uns ernsthaft mit den dort aufgezählten Zumutungen beschäftigen. Außerdem sind mittlerweile genug Texte erschienen, die wir euch empfehlen möchten – nachdem ihr den DFL-Kram gelesen habt, denn lesen sollte man diese Allmachts-Phantasie schon.

Publikative
Basch
MagischerFC
Lichterkarussell
Last Minute St. Pauli
Die Desorganisierten

Uns steht der Sinn nach aktivem Protest und danach, das „Aux armes!“ in vielfältiger Weise mit Leben zu füllen.

Sankt Pauli Mafia im Oktober 2012

P. S.: Im „Handlungsfeld Kontrollsysteme“ haben sie etwas vergessen.

Lesen und schauen

Über diese letzten Nullnummern auch noch lesen müssen? Bekanntermaßen liegt in unseren Texten der inhaltliche Schwerpunkt ja nicht gerade beim Geschehen auf dem Platz.
Die letzten Berichte sind online und die Fotos vom Heimspiel gegen Aalen aktualisiert.
Unser FCUM-SPM-Korrespondent zeigt, was dabei herauskommen kann, wenn man mit offenen Augen durch eine Stadt wie Regensburg geht.

Spruchbanderklärung

An den Protesten gegen die Einrichtung der Polizeiwache und für ein Museum in der neuen Gegengerade haben wir uns beim Heimspiel gegen den VfR Aalen in der Halbzeitpause mit 2 Tapeten beteiligt:

sowie kurz und knackig und garantiert gender-frei ;-)

Woher die Fotos geklaut sind, lässt sich leider nicht mehr ermitteln. Aber vermutlich entweder von hier oder von hier oder von hier.