Archiv für Juni 2012

Keine Polizeiwache am Millerntor!

Uns das Stadion, der Polizei den Dom! – so beginnt ein Text der Sozialromantiker, mit dem das Präsidium und die Gremien unerses Vereins dazu aufgefordert werden, den Neubau der Polizeiwache am Millerntor zu verhindern.

Weiterlesen und ganz wichtig: die Petition unterzeichnen!

Grafik beim Übersteiger geklaut

Nachgerechnet

Keine Angst, wir fordern euch nicht zum Punktesammeln auf um eure Chance auf eine Dauerkarte zu erhöhen – wir möchten euch vielmehr auf eine mehr als schiefe Rechnung aufmerksam machen.
Pyro ist böseböseböse und wird entsprechend bestraft. Rassismus ist aber nur böse und dementsprechend billiger.
Glaubt ihr nicht? Der Magische FC hat wieder mal genauer hingeschaut. Seiner Forderung am Ende des Textes schließen wir uns übrigens voll und ganz an und helfen gerne mit ;-)

Selbstdemontage

Wenn das Tragen eines Shirts mit „ACAB“-Print dazu geeignet sein soll
„… das Ansehen des Staatsapparates Polizei zu beeinträchtigen, so dass die öffentliche Ordnung beeinträchtigt ist.“*,
dann müsste die Drei-Affen-Aussage des LKA-Beamten Jörg Deisting im Bundestagsuntersuchungsausschuss zur NSU konsequenterweise einen Umsturz nach sich ziehen.

Gibt es bloß nirgendwo zu lesen, weil EM und lebenswichtige Debatten zu „Scholl giftet gegen Gomez“** die Öffentlichkeit mehr beschäftigen.

Zum Glück gibt’s die Kolumne der „Pöbel-Kurdin“*** Mely Kiyak.

* Zitat siehe hier
** Titelzeile bei Welt und Focus
*** Eine der zahlreichen Titulierungen für Mely Kiyak in der rechtsextremen Presse
Foto von hier

When the Postman rings twice …

… dann heißt das in den letzten Wochen für viele Ultras nichts als Repression.

Lawblog zum Urteil des LG Karlsruhe in Sachen ACAB

Reader von USP Antirepressiva zum Herunterladen

Capture the Flag!

Wir kennen die Quelle des Fotos nicht, aber hier etwas zum Punktezählen und weiterlesen:

Veranstaltungshinweis

Im Rahmen des „Festival contre le racisme“ in Münster gibt es am kommenden Mittwoch, dem 13. Juni einen guten Vortrag zum Thema „Fußballfans und die extreme Rechte“.

Vortrag „Fußballfans und die extreme Rechte

Hitlergrüße, Reichskriegsfahnen und Beleidigungen gegenüber farbigen Spielern gehören der Vergangenheit an? Vielleicht, aber der Rassismus auf den Rängen der Fußballstadien ist nicht komplett verschwunden – Er hat sich nur verlagert. Vor allem in den niedrigeren Spielklassen kommt es immer noch zu rassistisch motivierten Aktionen aus den Fanblöcken. Wie sich dies auch in höheren Spielklassen und bei Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft bemerkbar macht, soll mit diesem Vortrag anschaulich dokumentiert werden. Der erfahrene BAFF (Bündnis Aktiver Fußballfans)-Experte Patrick Gorschlüter wird anhand von Beispielszenen, Videosequenzen und Äußerungen Beteiligter den Blick auf diese andere Seite des Profifußballs lenken. Die Veranstaltung findet im uferlos statt, wo im Anschluss oben erwähntes Fußballänderspiel auf mehreren Großbildleinwänden übertragen wird. Den Gästen des Vortrags wird somit die Gelegenheit gegeben, direkt im Anschluss ohne die Plätze wechseln zu müssen in den EM-Modus umzuschalten.

Mittwoch, 13. Juni 2012, 18:00 Uhr: Café Uferlos: Vortrag „Fußballfans und die extreme Rechte“

Raven gegen Deutschland 2.0

Nun flattern sie wieder, die nationalen Autofähnchen. Und vermutlich werden die Manifestationen des Party-Nationalimus nach dem Auftaktsieg des deutschen Teams noch zunehmen. Im Supermarkt gibt es bereits jetzt kaum ein Entrinnen vor schwarz-rot-gold.
Wir halten mit einem Egotronic-Track dagegen und laden euch ein, den korrekterweise von Audiolith wieder kostenlos zur Verfügung gestellten download zu nutzen:

„Nur nichts anbrennen lassen“

von Gerd Dembowski

Als der Sportroboter Rolf Töpperwien sich mal im Suff selbst angezündet hat, muss sein Kollege Johannes B. Kerner gut aufgepasst haben. Der Baptist eilte neulich aus der TV-Sendung „Hart aber fair“ und zündete mit einer Bengalfackel eine Puppe an. Kerner, der Burner – live! Das zeigte, wie schnell Kinder im Fußballstadion anbrennen können. Niemand erklärte, auch nicht am Abend danach bei „Menschen bei Maischberger“, dass die Zahl verletzter Stadionbesucher im Profifußball quasi gen null geht. Ob Kerner demnächst versucht, eine Bierbauchpuppe vatertagspräventiv totzubesaufen ist nicht bekannt. Ob er demnächst vom Motorrad auf Polizistendummies schießt, wahlweise an Pappwirten und Trachtendoubles demonstriert, wie gefährlich Schlägereien in Kneipen, beim Oktoberfest oder bei Schützenfesten sind, bleibt unklar.
Oliver Pocher stand ihm als Fanexperte zur Seite und bei „Maischberger“ waren es Bernd Stelter und Marijke Amado. Vielleicht dürfen ja demnächst Wissenschaftler und Fansprecher als Flachpfannen-Comedians in einer Fan-Mini-Playback-Show auftreten.
Die Fans in der Kritik nennen sich Ultra, wie Monatsbinden. Einige von ihnen zünden aus postpubertärem Gebaren Pyrostangen, damit sie auch mal was am Fackeln haben. Und dazu – unfassbar: Freudestrahlende Kinder und Eventottos! Sie laufen! Auf den Rasen! In ihnen
allesamt erkannte Maischberger die „Taliban des Fußballs“. Bei Redaktionsschluss war noch offen, ob der Verband deutscher Taliban Maischberger dafür zerfleischbergern will oder ob die Opfer der Taliban sich bei ihr für diese längst überfällige Klarstellung von Relationen bedanken. In einem Land, in dem der Bund deutscher Ärzte ohne massenhaften Entzug von Approbationen Homosexuelle therapeutisch „heilen“ darf, ohne als desintegriert zu gelten, hätten die Taliban gegen Maischberger eh keine Chance.
Der Verbalhooliganismus von „Hart aber fair“ und „Maischberger“ bedeutet, man kann es nicht anders sagen, eine neue Qualität. Vielleicht sogar eine neue Dimension der geballten Verblödungsgewalt? Der wie entmündigt aus der Wäsche schauende Milchbubi Pocher verkündete neugutbürgerlich empört, dass er bei der EM in die Ukraine auf seine Lachsschnittchen verzichten will, weil er von seinem Fünf-Sterne-Hotel zur VIP-Loge kein Panzerwagentaxi gestellt bekommt. Wahrscheinlich darf er weiter aus heimischen TV-Geräten heraus die Einschaltenden mit seinen verantwortlichen Expertisen zu Schamhaarfrisur, zum Ausbruch des Dritten Weltkriegs und vielleicht sogar zu Fußball gefühlsbefeuernd terrorisieren. Es wäre eine nationale Entlastung, wenn ihn wenigstens für vier Wochen auch mal die Ukrainer haben dürften.
Bei Maischberger saß übrigens auch noch der Töpperwien. Niemand befragte ihn zu seinen persönlichen Erfahrungen mit Feuerwerk unter Alkoholeinfluss. Aber das Töppi mümmelt sich nicht traurig zwischen seine faltigen Borstenbacken. Vorwürfe, er hätte sich auf Kosten der öffentlich-rechtlich nennenden Anstalten jahrelang durch ganz Europa gehurt, haben ihn ja auch nie interessiert. Stattdessen plaudert er aus der Rumflasche, wie asi er überall auf der Welt Fußballfans erlebt hat. Fußballfans aller Welt huldigen ihm trotzdem: Dem Wissenden, dem Überlebenden, dem Töpperwien. Denn er ist ein Ultra im Bette.

Dankeschön an Gerd Dembowski für die Erlaubnis den Text zu veröffentlichen!